Nominiert für den A&W-Architekt des Jahres 2016 Mario Botta

Er gilt als Großmeister der geometrischen Grundformen und als Magier des Materials. Kaum ein anderer Architekt hat in den letzten Jahrzehnten mit so wuchtigen Formen so delikate Bauwerke entworfen wie Mario Botta. Angeschrägte zylindrische Türme mit schmalen Fensterschlitzen und horizontal gestreiften Fassaden sind dabei zu einer Art Markenzeichen geworden, auch wenn sein formales Repertoire viel weiter gefächert ist. Geschult wurde er beim Studium in Venedig von seinen Lehrern Carlo Scarpa, Le Corbusier und Louis Kahn. Als er Ende der Sechzigerjahre die Chance hatte, mit Kahn in Dhaka, Bangladesch, ein Stück Weltarchitektur zu errichten, schlug er das Angebot aus und ging zurück ins Tessin: „Ich wollte arbeiten, wo ich geboren war.“ Dass er von hier aus dann doch eine Weltkarriere einschlug, ist seinem kompromisslosen Willen zur Geometrie und zur Sinnlichkeit des Materials zu verdanken. Auf diese Weise entstanden prägnante Großzeichen wie die Kathedrale von Evry (F), das Museum of Modern Art in San Francisco oder das Gebäude für die UBS-Bank in Basel. Entworfen hat er aber auch magische Innenräume wie in der Kirche San Giovanni Battista in Mogno (CH). Sein Büro hat er von Lugano in seinen Geburtsort Mendrisio verlegt, wo er 1996 eine Architekturakademie gründete. Seit 2011 ist er deren Rektor, arbeitet aber weiterhin an zahlreichen Projekten. „Meine Bauten“, hat Botta einmal gesagt, „entsprechen in ihrer kompakten Form wahrscheinlich dem Bedürfnis der Menschen nach Geborgenheit, einem Gefühl, das heute eine wichtige Anforderung an Architektur ist.“

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