Nominiert für den A&W Architekten des Jahres 2015 Volker Staab

Er ist der große Unbekannte unter Deutschlands erfolgreichen Architekten. Obwohl mit bedeutenden Preisen vielfach ausgezeichnet, wird Volker Staab außerhalb der Fachwelt kaum wahrgenommen. Seine Bauten fallen eher durch intelligente Fügung auf als durch lärmende Suche nach Aufmerksamkeit. Immer wieder hat er für scheinbar unlösbare Bauaufgaben schlüssige Antworten gefunden. In einem Wettbewerb für das Dresdner Albertinum schlug er vor, den geforderten Anbau nicht in den Innenhof hineinzustellen, sondern darüber anzuheben. Auf diese Weise bildet der Neubau das Dach einer neuen, großzügigen Halle. Die hatte Staab sozusagen aus dem Nichts gewonnen und für das Publikum zu einem großzügigen Entree aufgewertet. Dem Einfügen und Wiederbeleben bestehender Räume ist Staab auch bei seinem Ensemble für Nya Nordiska in Dannenberg treu geblieben. Für den Textilverlag platzierte er zwischen historischen Fachwerkgebäuden mehrere Neubauten. Deren unregelmäßig gezackte Dachlandschaft passt sich der historischen Umgebung an, ohne die eigene Modernität zu verleugnen, dazwischen entstehen Räume, die das Firmengelände auch zur Stadt hin öffnen. Für die Südfassade eines Sechzigerjahre-Hochhauses in Darmstadt entwickelte Staab, der mit seinem Partner Alfred Nieuwenhuizen und 80 Mitarbeitern in Berlin arbeitet, einen Sonnenschutz aus Aluminium. Die 368 Blendkappen über den Fenstern wurden für Sonnenstand und Jahreszeiten optimiert, sehen aber nicht aus wie technische Applikation, sondern wie skulpturaler Bauschmuck.

Zurück zur Abstimmung "Wer wird A&W-Architekt des Jahres 2015?"