New York Das UN-Hauptquartier

Bezogen wurde das UN-Hauptquartier in New York 1952. Seitdem ist es nahezu unberührt geblieben. Auch vom technischen Fortschritt. Jetzt, nach fast 60 Jahren, wird das architektonische Symbol für Frieden und Völkerverständigung entkernt und restauriert. Aber vorher zeigen wir es noch mal in alter Pracht.

Wandteppich Ghana

Noch einmal wurden große Reden geschwungen, meist viel länger als die erlaubten 15 Minuten. Als zu Beginn der letzten Sitzungsperiode Irans Präsident Ahmadinedschad und Libyens Staatschef Gaddafi ihre Tiraden vom Pult der Great Assembly Hall, der Generalversammlung, schmetterten, hatten die Auftritte den Beigeschmack eines donnernden Schlussakkords. Natürlich wird die UN nicht aufgelöst, aber es war insofern passend, als die ehrwürdigen Gebäude bald geschlossen werden. In den nächsten vier Jahren werden sie sukzessive grundsaniert. Noch aber kann man besichtigen, wie es aussah, als sich die Welt entschloss, ein friedliches Zusammenleben der Völker zu organisieren. Noch kann man das Hauptquartier der United Nations in New York nahezu im Originalzustand erleben.

Das Ensemble

Bis heute wurde das 1951 fertiggestellte und ein Jahr später bezogene Ensemble aus Sekretariatshochhaus, Konferenzgebäude (mit dem Saal für den Weltsicherheitsrat), der Halle für die Generalversammlung und der 1961 gebauten Dag-Hammarskjöld- Bibliothek am Ufer des East River weitestgehend unberührt gelassen. Jahrelang wurden die Pläne für eine Grundsanierung und Modernisierung verschoben, geändert, wieder verworfen.

Informationstresen

Betonte Sachlichkeit: Informationstresen im Eingangsbereich für die Delegierten.

Jetzt haben sich die Vereinten Nationen doch endlich entschlossen, das gewaltige, mit fast 1,9 Milliarden Dollar veranschlagte Projekt in Angriff zu nehmen. Oberstes Ziel der Restaurierung wird neben Aspekten wie Energieeffizienz, erhöhter Sicherheit und technischen Modernisierungsmaßnahmen die Bewahrung des architektonischen und ästhetischen Geists der Bauwerke und ihrer Interieurs sein. Da bisher nie umfangreiche Renovierungsvorhaben realisiert wurden, präsentiert sich das UN-Hauptquartier als eine Architektur mit lebendiger Geschichte, als ein intensiv genutztes Museum der Internationalen Moderne.

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Fotograf:
Robert Polidori