Museum auf Stelzen Das Porsche-Museum in Zuffenhausen

Das neue Porsche-Museum in Zuffenhausen, mitten in der Auto-Baisse eröffnet, hätte früher fertig und nur die Hälfe kosten sollen.

Porsche-Museum

Aber der Entwurf, mit dem das Wiener Paar Delugan Meissl 2005 den Wettbewerb gewann, forderte einen extremen Balanceakt und schließlich 100 Millionen Euro: Die Ausstellungshalle, eine Stahlkonstruktion, 160 Meter lang, 70 Meter breit und 35 000 Tonnen schwer, wird von nur drei schiefen Säulen – besser „Kernen“, in denen Aufzüge und Rolltreppen verkehren – in die Höhe gestemmt. Der vielfach geknickte Korpus mit weißer Metallhaut erscheint an der auskragenden Spitze elegant und schwerelos, an der Breitseite aber eher ungeschlacht.

Die bauchige Unterseite in poliertem Edelstahl spiegelt die triste Werksumgebung. Den Innenraum jedoch gestalteten die Wiener so schnittig wie Porsche seine Sportwagen: Auf Geraden, Kurven, Spitzkehren, Rampen und Brücken, alle ganz in Weiß, sind 80 bunte historische Automodelle zu bestaunen. In aller Ruhe. Die Bewegung dazu liefert die Architektur.

Autor:
Heiner Scharfenorth