Stararchitekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron Das VitraHaus in Weil am Rhein

Für das im Februar eröffnete VitraHaus in Weil am Rhein entwarfen die Schweizer Stararchitekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron zwölf Häuser, wie sie Kinder malen – und stapelten sie wie Bauklötze aufeinander. Doch was sich so einfach anhört, war viel komplizierter.   

Fünf Striche: Einer unten quer, ein Strich oben quer, links und rechts zwei senkrechte für die Wände, darüber zwei schräge für das Dach, dazu Tür und Fenster. So malen Kinder ein Haus. Aber Jacques Herzog und Pierre de Meuron, die meistgefeierten Architekten des Jahrzehnts? Die machten es genauso, als sie vor Jahren über ein neues Projekt nachdachten. Die erste Skizze haben sie aufgehoben. Ein Späßchen in der Architektur, wo Humor so schwierig, weil so wenig haltbar ist? Nein, sie nahmen ihre Aufgabe damit einfach wortwörtlich. Rolf Fehlbaum, Schweizer Unternehmer und Architektur-Begeisterter, hatte sie – die drei sind Duzfreunde und kennen sich seit 25 Jahren – gebeten, ein „VitraHaus“ zu entwerfen. Ein Haus! Und das sollte vornehmlich einem neuen Geschäftszweig des für noble Büromöbel bekannten Herstellers dienen: der Vitra Home Collection – Möbel für zu Hause also, fürs Private, für Häuslebauer.

1 2 3
Autor:
Heiner Scharfenorth
Fotograf:
Wolfgang Zlodej