Megacitys Der Weg ist das Ziel

Das Wachstum der Megacitys stößt an seine Grenzen. Fünf Architekturbüros entwerfen Konzepte für kollabierende Ballungsräume, um sie mobil und lebenswert zu gestalten.

Boston Untertunnelung

Büro Höweler und Yoon

Höweler und Yoon.

Kurz vor dem Kollaps steht die mobile Infrastruktur in den USA. Vor einem halben Jahrhundert während der Ära Eisenhower entstanden ambitionierte Großprojekte vor allem auch im Ballungsraum „Boswash“, in dem rund 53 Millionen Menschen leben. Sie verteilen sich zwischen den Namensgebern Boston und Washington in den Metropolen New Haven, New York, Newark, Philadelphia und Baltimore, die sich wie Perlen an einer Kette teilweise übergangslos aneinanderreihen und geprägt sind von einem wuchernden Netzwerk aus Stadtrandgebieten, Außenbezirken und verdichteten Innenstädten. Beispielhaft für diese Maßnahmen ist die an sich gut gemeinte Untertunnelung Bostons für die Stadtautobahn, verbunden mit der unterirdischen Querung des Charles River. Der „Big Dig“ (Das große Graben) war eines der aufwendigsten Tiefbauprojekte der USA. Längst ist der Tunnel chronisch verstopft, der Hauptverkehrsader droht der Infarkt.

Höweler + Yoon Boston Modell

Das Büro Höweler + Yoon schlägt eine Trasse zwischen City und Vororten auf mehreren Ebenen vor.

In São Paulo ist die Stadtautobahn auch chronisch verstopft. Und sie zerschneidet gnadenlos ganze Stadtviertel der brasilianischen Metropole. Aber von Zeit zu Zeit wird sie für den Autoverkehr gesperrt und von der spazierengehenden und ballspielenden Bevölkerung temporär zurückerobert. Das Bostoner wie auch das brasilianische Beispiel dienten als Denkanstoß und Inspiration für die Architekturbüros vor Ort, die sich mit zukunftsweisenden Mobilitätskonzepten um den „Audi Urban Future Award 2012“ bewerben.

Autor:
Jan van Rossem