Comic-Tempel Ein Museum für Hergé

Ein Museum für Hergé, den Schöpfer von „Tim und Struppi“ (und mehr), zu bauen – das war eine Traumaufgabe für den Pariser Christian de Portzamparc, der 1994 den Pritzker-Preis erhielt.

Museum

Seitenansicht

Seitenansicht.

Der Architekt schätzte stets fröhliche Formen und Farben – und ist mit den kleinen Comichelden aufgewachsen. Der Auftrag kam von der Witwe Hergés, Fanny Rodwell, die dafür 17 Millionen Euro investierte. Das Ergebnis, ein weißer Betonbau mit viel Glas, vielen Schrägen und Reihen versetzter Fenster, die wie die Bildfeldchen in Comicheften wirken, liegt in einem Wald in Louvain-la-Neuve bei Brüssel. Von der Stadt ist das Museum über einen Holzsteg erreichbar. Der Spaß beginnt drinnen, im lichten Foyer und acht Ausstellungsräumen mit insgesamt 2000 Quadratmetern: Die Wände knicken, stürzen und verdrehen sich, schmale Gangways in luftiger Höhe führen die Besucher von einer Station zur nächsten. Die bilden mal ein rotes Haus, mal eine gelbe Pyramide, wechseln von Lindgrün zu Orange wie die „Tim und Struppi“-Cover, und der Fahrstuhlschacht trägt Karos wie Tims berühmte Rakete.

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Autor:
Heiner Scharfenorth