Umweltfreundliche und energieeffiziente Fertighäuser Fertighäuser

Piefig, billig, von der Stange? Von wegen. Moderne Fertighäuser sind zwar vorgefertigt, aber individuell gestaltet – und dazu umweltfreundlich und energieeffizient. Das hat auch seinen Preis.

Libeskind Villa

Wohnbox „Locarno“

Die weiße Wohnbox „Locarno“ mit den breiten Fensterfronten zitiert die klassische Moderne, Holzelemente sorgen für Kontraste. Gedämmte Passivhauswand und Lüftung sind serienmäßig: www.kampa.de.

Nun also auch Daniel Libeskind. Der Meister der Dekonstruktion, der Museumsbaumeister und Entwerfer des New Yorker Freedom Towers hat etwas für ihn Unerhörtes getan: ein Fertighaus entworfen. Eine so kleine Bauaufgabe kann als verwegen gelten für einen, der als Provokateur und Designer von widerborstigen Formen bekannt ist. Sind nicht Fertighäuser der Inbegriff kleinbürgerlichen Bauens? Für schmale Budgets und noch schmalere Bauvorschriften, meist in den Vorstädten?

Holzhaus in Natursilber

Die Holzverkleidung in Natursilber und Weiß verleiht dem lang gestreckten Flachdachbau dezente Vornehmheit. Zum Garten öffnet sich eine große Fensterfront. Mit Dämmung, Dreifachverglasung und Solaranlage: www.baufritz.com.

Doch Libeskind hat eine Villa im Look eines jüdischen Museums ersonnen, mit zersplitterten Formen und scharfen Kanten, umweltverträglich im Material und auch noch sparsam im Energieverbrauch. Kosten: ab 2,2 Millionen Euro für 515 Quadratmeter Wohnfläche. Also gut 4300 Euro pro Quadratmeter. Für ein Fertighaus. Ohne Grundstück und ohne die Erschließungskosten. Und dazu die Kritik von Puristen, denen die Villa als Verrat an den Prinzipien des Fertigbaus gilt, der auf Rationalität und Serialität ausgelegt sei. Doch diesen Vorwürfen liegt wohl ein Missverständnis zugrunde. Denn die meisten Fertighäuser sind gar keine.

 

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Autor:
Christian Tröster