Origenelle Hochhäuser in New York Neue Wolkenkratzer in Manhattan

New York wollte schon immer hoch hinaus (und musste es auch wegen der Grundstückspreise). Besonders originell waren die Wolkenkratzer aber selten. Jetzt hat ein Umdenken stattgefunden. Erstmals dürfen hier die internationalen Stararchitekten mit gewagten Entwürfen nach den Sternen greifen.

Bis in die ersten Jahre des neuen Jahrtausends jammerten Architekturkritiker über das himmelhohe Mittelmaß neuer Büro- und Wohnkomplexe in Manhattan. Sie fürchteten, Shanghai, Abu Dhabi und Dubai könnten mit ihren extravaganten Türmen die Heimatstadt des Wolkenkratzers übertrumpfen. Tatsächlich ist New York City dank seiner immensen Immobilienpreise extrem resistent gegen Innovation und tendiert zur Wahl konservativer Profis, die spekulative Hochhäuser von Milliardenwert mit größter Ökonomie zu bauen wissen. Sie beherrschen die „Umgangssprache des Kapitalismus“, wie Carol Willis, Direktorin des Skyscraper Museums, die effiziente Kalkulation von Grundriss, Fassade und kompaktem Kern nennt. Mit anderen Worten: „Form follows finance.“ Selbst eine dank ihrer eleganten Proportionen so verehrte Ikone wie das Rockefeller Center war das Meisterwerk wenig bekannter Architekten, sehr hoch zwar, im Vergleich zur europäischen Moderne jedoch alles andere als kühn.

 

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Autor:
Claudia Steinberg