Deutscher Designertag richtet Appell an den Bund Sanierung der HfG in Ulm

Der Deutsche Designertag, ein Offener Brief der Stiftung Bauhaus Dessau und der Appell eines Initiativkreises namhafter Designer, Architekten und Wissenschaftler (darunter auch Erik Spiekermann, Träger des Designpreises "Persönlichkeit" der BRD 2011) fordern den Bund auf, sich der kulturhistorischen Bedeutung des Erbes der HfG bewußt zu werden und einen Baustopp der Sanierung der ehemaligen Hochschule für Gestaltung (HfG) in Ulm zu erwirken. Die Initiatoren sehen in der begonnenen Renovierung eine Missachtung des kulturhistorischen Denkmals.

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Die ehemalige Hochschule für Gestaltung (HfG) in Ulm wurde 1953 von der privaten Geschwister-Scholl-Stiftung in Gedenken an die im Dritten Reich ermordeten Geschwister Scholl gegründet. Die HfG existierte von 1953 bis 1968, als sie primär aus finanziellen Gründen geschlossen wurde. Die Gebäude der HfG wurden 1976 von der Geschwister-Scholl-Stiftung, die sich 1987 in Stiftung Hochschule für Gestaltung umbenennen mußte, an die Universität Ulm vermietet.

Vergleichbar mit dem Bauhaus, genießt die HfG auch nach mehr als 40 Jahren nach ihrer Schließung ein außerordentlich hohes Ansehen weltweit und ist immer wieder als potentielles Weltkulturerbe im Gespräch.

Nachdem die Universität im vergangenen Jahr ausgezogen ist, ist die Stiftung dabei, den denkmalgeschützten Gebäudekomplex zu sanieren. Bei dieser Sanierung sehen die Gegner gravierende Fehler in der Umsetzung, die den gesamten Gebäudekomplex entstellen und entwerten. Sichtbarster Ausdruck davon sind blaue Spiegelglasfenster. Proteste der Fachwelt aus dem In- und Ausland blieben bislang wirkungslos.

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