Autor: Petra Mikutta
Foto: James Bain-Smith (4), Giovanni Castell (Porträt)
Die Nase muss die kleinen Wellen fast berühren, sagt die Möbeldesignerin Gioia Meller Marcovicz. Sie ist in München geboren, hat lange in London gelebt und lebt seit rund zehn Jahren in Venedig. Sozusagen auf Knien habe sie gefunden, was ein Kunde aus Paris wünschte: Farbe. Genauer: bunte Glasscheiben für sein Stadtpalais, um die Aussicht auf den Innenhof zu verschönern. „Da ich weder male, noch Farbiges entwerfe, musste ich auf Entdeckungsreise gehen“, sagt sie.
Nach etlichen Spaziergängen durch die Lagunenstadt findet sie die Motive, die sie und ihren Auftraggeber begeistern: Spiegelungen in den Kanälen, in extremer Nahaufnahme. Aus 2000 Fotos wählt sie sieben aus. Ein Atelier in Österreich fertigt Abzüge als Direktdruck auf Glas, klebt eine zweite Scheibe auf, zerschneidet das Bild und setzt die Teile in die Sprossen ein. „Man muss sich das wie Käsesandwich-Happen vorstellen“, sagt sie. Und das Licht in den Räumen? „Magisch! Sanft, sakral und nicht halb so dunkel, wie ich dachte.“
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Petra Mikutta
Quelle: Architektur & Wohnen, Ausgabe 02/2011