Libeskind´s Werdegang


Libeskind wurde am 12. Mai 1946 im polnischen Lodz geboren. Angesichts des Antisemitismus im eigenen Land wanderte die Familie 1957 nach Israel aus. In Israel begann der junge Daniel Musik zu studieren und erste Konzerte zu geben. Doch schon bald zieht es ihn in die Vereinigten Staaten, wo er 1965 amerikanischer Staatsbürger wurde. Hier interessierte er sich zunächst für Malerei und Mathematik, wechselt dann aber zur Architektur. Sein Studium schloss der damals 26Jährige in England ab: in Architekturtheorie und geschichte an der Universität Essex. Bevor er im Alter von 51 Jahren sein erstes Bauvorhaben fertiggestellt hatte (1997 das FelixNussbaumHaus in Osna brück), war Libeskind fast ausschließlich in der Lehre tätig und beeinflusst mit seinen dekonstruktivistischen Ideen eine ganze Architektengeneration.

In Dresden ist Libeskind wieder zu seinen Ursprüngen zurückgekehrt, denn es waren Museumsbauten, die ihm internationale Reputation einbrachten: das FelixNussbaumHaus (1998), das Jüdische Museum Berlin (1999), das Imperial War Museum North (2002), das Jüdische Museum Kopenhagen (2003), The Spiral in London (2004), das Denver Art Museum (2006), das Royal Ontario Museum (2007) und das Jüdische Museum San Fransisco (2008).

Kritikern galt das MHM bis zum Umbau als schnöde MilitariaSammlung: hochglanzpoliert und wohlsortiert, ein Museum ohne Aussage. Deshalb wollte man weg von der verklärenden Devotionalienschau und hin zu einem neuen Ausstellungskonzept, erklärt der wissenschaftliche Projektleiter für die Neugestaltung der Ausstellung, Gorch Pieken. Besucher werden keine Leistungsschau deutschen Soldatentums zu sehen bekommen, sagt Historiker Pieken, keine Siegesallee, sondern ein Haus der kritischen Reflexion. Ist der Mensch böse? Gibt es gerechte Kriege? Wie entsteht Gewalt? Mit solchen Fragen werden die Besucher konfrontiert. Libeskind ergänzt: „Das ist kein Museum, das militärische Konflikte glorifiziert. Es versteht Militärgeschichte als einen Teil der gesellschaftlichen Auseinandersetzung.“


Schlagwörter: architektur, museum, städte
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Quelle: Architektur & Wohnen, Ausgabe 06/2011

Autor: Michael Marek

Fotos: Wolfgang Zlodeij