Autor: Elke von Radziewsky
Fotos: Robert Fischer
Eine Woche ist Til Hofmann durch das albanische Gebirge gereist. Er durchwanderte karstige Heidegelände, Felsensteppen auf 900 Meter, alpine Matten auf 2000 und machte Beute: Saat von gerade begehrten Achilleen und von Gräsern, „den kleinen, denen, die nicht wuchern und puschig wachsen, die man immer braucht“. Til Hofmann ist Gärtnermeister des für seine Präriepflanzungen bekannten Hermannshofs in Weinheim, die rechte Hand des Chefs Cassian Schmidt. Vor zehn Jahren ist er nach Weinheim gekommen.
Er wollte seinen Horizont erweitern, mehr über Pflanzenverwendung lernen. Im Hermannshof pflegt er, plant, führt Sichtungsreihen durch. Weil er „den alten Beruf nicht ganz an den Nagel hängen wollte“, gründete er mit seiner Frau eine Feierabendgärtnerei. Zuerst bescheiden, auf 700 Quadratmetern Pachtland – heute sind es 2000 – mit Pflanzen aus dem eigenen Garten. Teilen, topfen, Stecklinge machen, Saat kaufen – „viel braucht man ja nicht“. Von Anfang an haben sich Hofmann und seine inzwischen verstorbene Frau ein Konzept zurechtgelegt: Vermehrt wird nur, was für das Gestalten von Hausgärten nötig ist: „Und da nehmen Prachtrabatten den kleineren Teil ein.“ Viel häufiger sind „die vielen Ecken im trockenen Vorgarten, unter Sträuchern, Orte, an denen man mit verwöhnten Luxuspflanzen nicht weiterkommt“.
„Gräser sind für naturnahe Gärten wesentlich. Hauptsache, sie machen nichts Lästiges.“
Quelle: Architektur & Wohnen, Ausgabe 05/2009