Autor: Claudia Steinberg
Fotos: Bärbel Miebach
Jeden Tag quält sich ein Reisebus durch die gewundenen Straßen des Silver-Lake-Viertels von Los Angeles und hält vor den Falk Appartements von Rudolph Schindler. Wenn die Architekturtouristen dessen verschachtelten Bau von 1939 aus jedem denkbaren Winkel abgelichtet haben, machen sie vorhersehbar auch ein paar Fotos von dem Bau gegenüber. Dort steht ein altes Ranchhouse im spanischen Stil, das für die Siedlungsarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts in Los Angeles typisch ist. Nur die geschwungene weiße Gartenmauer wirkt wie ein Fremdkörper zu der rötlichen Holzfassade, und im Vorgarten gedeihen Zitrusbäume, rankt Wein, und Rosmarinbüsche verbreiten ihr Aroma: ein Idyll, üppig und doch bescheiden.
Nichts weist darauf hin, dass dieser Bungalow sich auf seiner Rückseite als weiß verputzter Quader mit drei Geschossen offenbart – ein Zwitter zwischen dem rustikalen Holzhaus von 1917 und der modernen weißen Schale. Ersonnen hat ihn Fritz Haeg, Architekt, Künstler und Gartenaktivist, der mit Workshops und Öko-Aktionen für eine bessere Welt bekannt wurde (siehe A&W 04/2008) und für seinen Bauherrn „eine Art Rockstar“ ist.
Quelle: Architektur & Wohnen, Ausgabe 01/2010