A&W Designer des Jahres 2009 Alfredo Häberli

Nur die Kiste mit seinen Matchbox-Autos durfte er mitnehmen, als er mit der Familie von Argentinien in die Schweiz zog. Sie inspirierten ihn zu gestalten. Schnittigen Formen und einem Hang zum Spielerischen blieb er treu: Alfredo Häberli ist der A&W-Designer des Jahres 2009.

Dass Alfredo Häberli ein wirklich gut aussehender Mann ist, muss sogar Designredakteur Jan van Rossem zugeben. Aber das gab natürlich nicht den Ausschlag, ihn zum A&W-Designer des Jahres 2009 zu wählen. Schon eher das Spielerische, Hintersinnige, das A&W-Chefredakteurin Barbara Friedrich in seinen Produkten sieht. Im Gespräch gehen beide den Qualitäten des 42-jährigen, in Argentinien geborenen Schweizers auf den Grund.

JvR: Sein Porzellan-Service „Origo“ für Iitalla ist wohl Alfredo Häberlis bekanntestes Produkt?
BF: Und auch sein erfolgreichstes. Die Royalties für diesen Bestseller – und sicher auch die für die Kerzenleuchterserie „Tris“ – dürften ihm ein schönes regelmäßiges Einkommen sichern.

JvR: Das wird ihn trösten, aber Alfredo ist ziemlich genervt, weil alle nur die hübschen bunten Streifen auf dem Service beachten. Und gar nicht die innere Logik der Serie. Es geht um die Frage: Verpackung oder Inhalt?

BF: Die Streifen sind Dekoration, Verpackung. Das gewisse Etwas der Gestaltung, der Inhalt der Idee, geht da auf den ersten Blick leicht unter. Schade. Die Idee ist super!

JvR: Man muss sie nur erst mal kapieren. Auf die kleine Erhebung in der Mitte der Teller lassen sich Tassen, Schalen, Eierbecher fixieren. Da rutscht nichts hin und her.

(„Origo“ ist für den kleinen, jungen Haushalt gedacht, wenige Teile, vielfach zu nutzen. Das Geschirr, das auf der Unterseite eine runde Delle und auf den Oberflächen eine passende Beule hat, eignet sich für Sushi und Misosuppe oder Gemüse und Dippschale in der Mitte oder ein Frühstücksei und Brötchen daneben.)

JvR: Er hat erzählt, dass Iittala eine Variante produziert ohne diese Beule. Bloß weil einige Kunden behaupten, sie könnten den Teller nicht benutzen, wenn sie was Klassisches essen wollen, Wiener Schnitzel oder so.
BF: Das sind für ihn ganz schöne Zugeständnisse. Eigentlich hatte er das Service nämlich in Weiß entworfen. Wenn er seine Ideen nicht durchsetzen kann, fühlt er sich, glaube ich, manchmal verkannt. Aber mit Streifen verkauft es sich nun mal besser.

 

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Autor:
Barbara Friedrich, Jan van Rossem
Fotograf:
Christian Grund