Mentorpreis by A&W 2002: Jeffrey Bernett Jeffrey Bernett

Antonio Citterio wählte Jeffrey Bernett zum A&W Mentorpreisträger 2002. Er schätzt an dem New Yorker seinen Perfektionismus, mit dem er schöne, bequeme und qualitativ hochwertige Möbelstücke entwirft. Seinen Kreationen merkt man die Destillation intellektueller Prozesse zu unwiderstehlich schlichten Formen an.

Höchstens das Büro eines Mathematikers stellt man sich so leer vor wie das „Studio B“ an der Lafayette Street in SoHo. B steht für Bernett, Jeffrey. Knapp und einfach wie alles bei dem Gestalter, den der A&WDesigner des Jahres 2002, Antonio Citterio, zum Nachwuchsdesigner erkoren hat. In diesem stillen Raum von unentrinnbarer Rechtwinkligkeit wird die Ordnung durch kein überflüssiges Objekt gestört. Keine Zeichnung, keine Akten, keine Papierstapel – nicht einmal eine Kaffeetasse belebt die Leere.

Ein schmaler Computer enthält in seinem virtuellen Volumen das ganze OEuvre leichtfüßiger Möbel und geistreicher Gebrauchsgegenstände, die Jeffrey Bernett in seiner kurzen Karriere geschaffen hat. Nichts als ein radikales Bedürfnis nach Übersichtlichkeit und ein Talent zur Organisation verrät das spartanische Ambiente über den Mann, der hier jeden Morgen um sieben Uhr auftaucht und sich mit Passion und Effizienz an die Arbeit macht. Er schätzt seine introvertierte Routine: Mittags verschwindet er für eine Stunde in ein Restaurant zwei Straßen weiter und versenkt sich in einen Artikel im New Yorker. Dass man in Manhattan an jeder Ecke ohne Aufwand eine gute Mahlzeit finden kann, ist für Bernett, der einen Alltag ohne Umwege wünscht, ein wichtiger Aspekt der Stadt.

 

1 2 3
Autor:
Claudia Steinberg
Fotograf:
Michael Mundy