Audi Mentorpreis by A&W 2011 Oskar Zieta

Oskar Zieta trifft Audi Designchef Stefan Sielaff. Beide arbeiten mit Blech. Der eine, Stefan Sielaff, ist für das Erscheinungsbild der Audi-Flotte zuständig. Der andere, Oskar Zieta, bläst es auf und formt so leichte, aber sehr stabile Möbel – und wurde von dem A&W-Designer des Jahres, Tokujin Yoshioka, für den Audi-Mentorpreis by A&W nominiert. In Ingolstadt tauschten sie Erfahrungen aus.

Oskar Zieta und Stefan Sielaff

Stefan Sielaff(links) und Oskar Zieta(rechts).

Herr Sielaff, welche Gemeinsamkeiten gibt es beim Design von Audi und dem von Oskar Zieta? STEFAN SIELAFF: Wir passen gut zusammen, was das Material, den Verarbeitungsprozess und ein Stück auch die Ästhetik betrifft. Für Audi spielt die Verarbeitung von Stahl, Aluminium oder einer Mischung aus beiden Metallen eine entscheidende Rolle. Wir machen die Werte der Marke – sportlich, progressiv und hochwertig – in der Designsprache, in den Konturen von Blech und Aluminium sichtbar. Unsere Entwicklungsabteilungen setzen dabei auf die Warmumformung von Metallen. Der Prozess ist kostspielig und lässt sich nur in größeren Serienproduktionen einsetzen. Audi stellt pro Tag etwa 300 Autos her. Das ist in der Möbelbranche bereits eine Kleinserie.
Oskar Zieta und Stefan Sielaff

Oskar Zieta und Stefan Sielaff im Gespräch.

Und was sind die wesentlichen Unterschiede? OSKAR ZIETA: Da die Serien in der Möbelbranche kleiner ausfallen, sind aufwendige Werkzeuge für die Produktion oft unerschwinglich. Ich wollte eine Möglichkeit finden, Blech ohne diese Werkzeuge zu stabilisieren und den Prozess dabei so flexibel wie möglich gestalten. Am Anfang waren die Ergebnisse unserer Versuche noch recht unkontrolliert. Erst nach sechs Jahren Forschung, vielen Diskussionen mit Ingenieuren und tonnenweise verknickten und verbeulten Blechen waren wir soweit. Wir erkannten die Regeln, mit denen wir die Konturen des Blechs beim Aufblasen kontrollieren.

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