Oskar Zieta`s
Zukunftsweisende Technologie
Oskar Zieta posiert mit seinem Vater Jan, der die familieneigene Fabrik leitet, in traditionellen Kitteln der Metallarbeiter unter den modernen Abzugshauben in einer der Fabrikhallen. Neben dem Vater steht ein bereits aufgeblasener, aber noch nicht zurechtgebogener Hocker.
Der junge Architekt und Designer ist zum Fabrikanten geworden, um seine Idee vom Prozessdesign unter Eigenregie in die Tat umzusetzen. Er hat ein Verfahren entwickelt, mit dem man Blech aufblasen und damit stabilisieren kann. Dafür hat ihn der „A&W-Designer des Jahres 2011“, Tokujin Yoshioka, für den „Audi Mentorpreis by A&W“ nominiert. Im Moment praktiziert er die Technologie an eigenen Entwürfen, die er gemeinsam mit etwa 20 Mitarbeitern hier produziert. Vor allem seinen Hocker „Plopp“, der aus zwei dünnen, an den Rändern zusammengeschweißten Blechen und einem Ventil besteht, durch das Luft gepumpt wird, bis sich die Bleche zur gewünschten Gestalt deformiert haben. Die Hocker sehen aus wie metallisierte Schwimmringe mit abgeknickten Flügelchen. „FIDU“ nennt Zieta dieses Verfahren: für „Freie Innen Druck Umformung“. Und zwar auf deutsch, weil er es an der ETH Zürich zusammen mit Philipp Dohmen entwickelt hat.
Vater Jan Zieta managt die Produktionsstätte, Schwester Maja organisiert den Vertrieb, Oskars Frau Agata, Juristin, leitet eigentlich eine andere Firma, hilft aber Oskar bei seinen Vertragsangelegenheiten. Bald tritt sie kürzer. Denn im Oktober erwarten die beiden das erste Kind. „Ich bin halt auf allen Gebieten produktiv“, erklärt Oskar mit verschmitztem Lachen. Er pendelt zwischen Zielona Gora (Fabrik), Breslau (Studio) und Zürich (Promotion an der ETH) hin und her.