Design Hersteller von A-Z

Designorientierte Unternehmen in Deutschland von A-Z.

„Waschtisch WT.RS“ (Sieger Design)

Alape

Als 1973 eine fast ähnlich klingende italienische Firma auf den Markt kommt, ist Alape schon über 75 Jahre alt und die Firmenhistorie von der Entwicklung des Bades nicht mehr zu trennen. Mit einfachen Waschschüsseln, Zahnbürsten- und Seifendosen startet 1896 die Produktion; Alape vereint die Initialen des Firmengründers Adolf Lamprecht und des ersten Werkstandorts, dem sächsischen Penig bei Chemnitz. 1954 siedelt die Firma nach Goslar im Harz um und erfindet hier, was bald Standard wird – die Kombination aus Badmöbel und Waschtisch. Vor allem mit Einbauwaschbecken feiert Alape große Erfolge. 1980 beginnt die Partnerschaft mit › Sieger Design und damit die lange Jahre nur informelle Zusammenarbeit mit der Armaturenfirma Dornbracht in Iserlohn, ebenfalls ein Sieger-Kunde. Seit 2001 gehört Alape zu › Dornbracht, und zu den Stammgestaltern zählen heute auch Busalt-Design und der Londoner Architekt Yorgo Lykouria. alape.com

Kugel Kunststoff und Nomos Metal

„Kugel Kunststoff“ (Ole Palsby) mit „Nomos Metal“ (Peter Patzak), v.l.r.

Alfi

„Wir erfinden. Nachahmen können andere besser“, erklärt Jörg Dümmig-Zitzmann, Geschäftsführer von Alfi, den weltweiten Erfolg der 1914 in Fischbach/Rhön gegründeten Aluminiumwarenfabrik. Bis heute stellt das seit der Nachkriegszeit in Wertheim am Main ansässige und seit 1987 zu WMF gehörende Unternehmen Isolierkannen her, vielfach prämierte Objekte. Die Ur-Kanne „Juwel“, 1918 für die Pullmann-Wagen der amerikanischen Eisenbahn entworfen, ist immer noch eines der erfolgreichsten Modelle. Die „Kugelkanne MC1“ des dänischen Designers Ole Palsby aus den 1980er-Jahren wurde über fünf Millionen Mal verkauft. Viele Alfi-Modelle sind Klassiker geworden, darunter die Isolierkannen „Nomos“ und „Kugel Kunststoff“. Die bunten Kunststoffkannen „Basic“ und „Toscana“ von den Briten Ross Lovegrove, A&W-Designer des Jahres 2001, und Julian Brown haben in einer jüngeren Käuferschicht ihre Fans. alfi.de

„Vintucina“

„Vintucina“

Alno

Lässt sich die Idee der hochfunktionalen Küche überhaupt noch verbessern? Alno glaubt vor allem an zwei Zutaten: markantes Design und ungewohnte Materialien. So gibt es Programme, die fast ganz auf Keramik setzen, Schindelfurniere, Arbeitsflächen aus Walnuss oder Fronten aus rückseitig bedrucktem Glas, das damit, extrem pflegeleicht, jede Anmutung annehmen kann – sogar die von versiegeltem Holz. Das aktuelle Küchenprogramm nennt sich „Vintucina“, massive Blöcke aus Schindelholz und Glas, das sofort den iF Award erhalten hat. Im Firmennamen stecken noch die Initialen ihres Gründers Albert Nothdurft, der 1927 seine erste Schreinerei so nannte. Nach mehreren Neuausrichtungen wird Alno, finanztechnisch verknüpft mit dem Gerätehersteller Bauknecht/Whirlpool und der ostwestfälischen Wellmann-Gruppe, wieder vom Traditionssitz Pfullendorf im Schwarzwald geleitet. alno.de

„Lu” und „Belle“ von Anta

„Lu” (Jörg Zeidler) und „Belle“ (Andreas Ostwald) v.l.r.

Anta

In einem Gewerbegebiet am Rand von Hamburg gründet Gertrud Kracht, ursprünglich Werbetexterin, vor fast 40 Jahren ihre Manufaktur für Wohnraumleuchten. „Alles Nur Trudis Ausdauer“ – so interpretieren die Hamburger Designer Ostwald und Nolting die vier Firmenbuchstaben „Anta“. In Wirklichkeit war Tochter Ann die Namensanregerin, seit Kurzem führt sie die Geschäfte in zweiter Generation. Antas Leuchtenkatalog beeindruckt nicht nur durch technische und formale Qualität, sondern auch mit der mutigen Mischung aus immer wieder neuen Nachwuchsdesignern mit sicheren, großen Namen. › Rolf Heide, Peter Preller und › Carsten Gollnick gehören ebenso zum Programm wie Jonas Kressel, Ivo Schelle, › Torsten Neeland oder Jörg Zeidler. Bis auf seltene Ausnahmen sind Anta-Leuchten so minimalistisch wie sie heißen: „Bob“, „Lee“, „Lu“, „Belle“ oder „Tao“. anta.de

Tisch „Liana“ (Bohuslav Horak)

„Liana“ (Bohuslav Horak)

Anthologie Quartett

„Anthologie“ ist das griechische Wort für Sammlung. Unter diesem Namen präsentiert die Architektur-, Design-, Kunst- und Modegalerie „Quartett“ aus Hannover 1983 ihre erste Kollektion, darunter Entwürfe von Ettore Sottsass, Matteo Thun und Daniel Weil. Das Konzept des Designverlags: bedeutsamen Designobjekten, die noch nicht im Markt platziert sind, eine Plattform zu bieten. 1987 gründet Rainer Krause Anthologie Quartett als eigenständige Firma mit Sitz im niedersächsischen Schloss Hünnefeld. In den 1990er-Jahren kommen Schmuck, Möbel und Leuchten von Designern wie Garouste & Bonetti und Bohuslav Horak hinzu; 1990 eröffnet das firmeneigene Designmuseum im westfälischen Schloss Hollwinkel. Anthologie Quartett vertreibt auch die Kindermöbel von Ginbande, einer der Gruppen des Neuen Deutschen Designs der 80er-Jahre sowie Entwürfe von › Thorsten Neeland. Zudem kreieren Rainer Krause und sein Partner Michael von Jakubowski Leuchten. anthologiequartett.de

Trennwand „Vario“

„Vario“

Ars Nova

Ein Stuhl ist ein Stuhl ist ein Stuhl. Ganz anders ein Schrank. Der ist ein Zimmer im Zimmer, mit vier Wänden und Türen und eigener Möblierung – ein kleines Haus im Haus, auf das sich Ingrid und Johannes Krogull in der niedersächsischen Stadt Melle bei Osnabrück spezialisiert haben. Ihre 1980 erstmals erschienene Ars Nova Collection ist der andauernde Versuch, den Schrank neu zu erfinden. „Delta“, das Trennwand- und Schiebetürensystem, das sowohl in Größe und Form als auch in Farbe und Material variabel ist und sich problemlos selbst schwierigen Raumsituationen wie Dachschrägen anpassen kann, hat bereits bedeutende deutsche Designpreise erhalten. Auch begehbare Kleiderschränke und Bibliotheken gehören zum Angebot des Unternehmens. Jedes Möbel wird auf Maß produziert und ist so ein Unikat. arsnova-collection.de

Porzellan „Form 1382“ (Hermann Gretsch)

„Form 1382“ (Hermann Gretsch)

Arzberg

1887 in Arzberg gegründet, gewinnt die Porzellanfabrik erst ein halbes Jahrhundert später an Ansehen: durch ein schlichtes, weißes Geschirr, das der Architekt Hermann Gretsch 1931 entwirft. „Form 1382“ heißt das schnörkellose Porzellan, das der Bauhaus-Maxime „die gute Form“ entspricht und bis heute ein Bestseller ist. Auch Heinrich Löffelhardts Entwurf „Form 2000“ von 1954 ist ein Klassiker, der mit Gold und Bundesadler verziert im Bundeskanzleramt zu Ehren kommt. Für das Unternehmen ist der Hamburger Designer › Peter Schmidt seit einer Dekade als Mitgesellschafter und Creative Director beratend tätig, um die Marke „back to the roots“ zu führen. Heute arbeiten für den Porzellanspezialisten renommierte Designer wie Dieter › Sieger und sein Sohn Michael, aber es wer den auch Neuauflagen von Dekoren ehemaliger Gestalter wie dem Augsburger Hermann Gretsch auf dem Markt etabliert. arzberg-porzellan.com

Authentics Rollbag und Wardrope

„Rollbag“ (Marti Guixé) und „Wardrope“ (Veronika Wildgruber und Susa Stofer) v.l.r.

Authentics

Als Hansjerg Maier-Aichen 1996 sein 1981 gegründetes Unternehmen Authentics auf Plastikprodukte ausrichtet, legt er damit den Grundstein für den Erfolg. Transluzenter Kunststoff heißt das Zauberwort. Daraus fertigt das Unternehmen einfache, funktionale, bunte Alltagsprodukte. Billige Kopien der Objekte führen zum wirtschaftlichen Einbruch und der Übernahme Authentics durch die Elmar › Flötotto Holding im Jahr 2001. Die Schwerpunkte liegen heute bei Badezimmer-, Haushalts- und Tabletop-Produkten, die in Zusammenarbeit mit Designern wie › Konstantin Grcic und › Stefan Diez und internationalen Designern wie Tord Boontje und Martí Guixé („Rollbag“) gestaltet werden. In einer reduzierten Farbpalette werden preisgekrönte Kunststoff-Klassiker neu aufgelegt und tragen neben neuen Modellen aus Porzellan, Textil, Chrom, Metall und Holz zum Erfolg des Unternehmens bei. authentics.de

Serie „Axor Bouroullec“

Serie „Axor Bouroullec“

Axor

Axor erlebt 1992 seine feierliche Premiere in der Frankfurter Festhalle anlässlich der ISH-Messe – als Architektur-Zweitmarke der Schwarzwälder Armaturenfirma ›Hansgrohe. Zwei Jahre später feiert sie ihren ersten riesigen Erfolg, der bis heute anhält: das erste Philippe-Starck-Bad. Die Idee, einen Designer den kompletten Badraum gestalten zu lassen – also eine tiefe Kollektion über mehrere Materialien – und damit herstellertechnisch die Begrenzung auf Badmöbel, Keramik oder Armatur zu überwinden, greift niemand so konsequent auf wie das vom Firmenerben Philippe Grohe geleitete Label. In zum Teil jahrelangen Entwurfsdiskussionen entstehen weltweit vermarktete Badkollektionen von Antonio Citterio, Patricia Urquiola, Jean Marie Massaud oder den Brüdern Bouroullec, A&W-Designer des Jahres 2013. Auch das deutsche Designbüro Phoenix begleitet Axor mit der Serie „Montreux“ und der Überarbeitung von „Axor Uno 2“. hansgrohe.de

 

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