Design Designorientierte Hersteller von F-G

Designorientierte Unternehmen in Deutschland von A-Z.

 

Teppich „Woodheart“ (Michaela Schleypen)

„Woodheart“ (Michaela Schleypen)

Floor To Heaven

Michaela Schleypen wollte schon immer Teppiche gestalten. Jedenfalls solange sie sich erinnern kann. Mit 18 begann die 1968 geborene mit einem Kunststudium, ging nach Hongkong und New York, aber immer mit dem festen Blick auf ihr eigentliches Ziel – eine eigene Firma für Teppiche. Nachdem sie für international operierende Unternehmen in führender Position gestalterisch tätig war, gründet sie 2006 ihr eigenes Label „Floor To Heaven“, für das sie aufsehenerregende, handgearbeitete Kreationen erschafft. Nicht nur auf den Messen bringt sie mit ihren Entwürfen die Besucher zum Staunen, ihre Arbeiten haben zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unter anderem den Red Dot Award und International Carpet Design Awards. floortoheaven.com

Flötotto Möbel

„Quaro Kommode“ (Hertel und Klarhoefer)
„Pro“ (Konstantin Grcic)

Flötotto

Wer in den 60er- und 70er-Jahren in Deutschland die Schulbank gedrückt hat, tat es mit einiger Wahrscheinlichkeit auf einem Exemplar von Flötotto. Als Heinrich Flötotto die Möbelfirma 1906 in Gütersloh gründet, ist sie noch auf Schlafzimmer spezialisiert. Seine Söhne und er reagierten mit den Schulpulten auf den Babyboom der Nachkriegszeit. Heute teilt sich das Geschäft gleichmäßig auf: in Objektmöbel für öffentliche Bauten und Büroeinrichtungen und in Mobiliar für private Wohnungen. Flötotto gehört seit 2007 zur Elmar Flötotto Holding, der auch die Marken › Authentics, Elmar Flötotto und Sitting Bull gehören. 2011 gelang eine aufsehenerregende Neuinterpretation des Schulstuhls mit dem Entwurf „Pro“ von › Konstantin Grcic, A&W-Designer des Jahres 2007. floetotto.de

Möbel von Freifrau

„Lina“ (Studio Vertijet)
„Marie“ (Antoinette Bader)

Freifrau

Möbelstücken eine femininere Ausstrahlung zu geben war der Ansatz, der zur Gründung der Sitzmöbelmanufaktur Freifrau führte. Inhaber Hansjörg Helweg konnte die Designerin Birgit Hoffmann schnell von dieser Idee überzeugen und sie als kreative Leiterin in seine Unternehmung einbinden. Die erste Kollektion sorgte auf Anhieb für Furore: Entwürfe von Birgit Hoffmann selbst, Modelle von bereits etablierten jungen Designbüros wie › Neuland und › Studio Vertijet wurden auf dem Stand der IMM Cologne 2012 bewundert. Aber auch Newcomer wie Anne Lorenz und Antoinette Bader, immerhin nominiert für den Designpreis Deutschland 2012, erhielten die Möglichkeit, ihre Ideen einzubringen. Mit Erfolg: Der innovative Sitzsack „Marie“ von Antoinette Bader gewann auf der Kölner Messe den Interior Innovation Award 2012. freifrau.eu

„Filzschalen“ von Freiraum

„Filzschalen“

Freiraum

Es ist schwer, Hersteller für Entwürfe zu finden, wenn man keinen bekannten Namen hat. Der gelernte Tischler Maximilian Böhm will unbekannten Designern eine Chance geben und gründet 1993 in München mit „Freiraum“ ein Netzwerk, das zwischen Herstellern und Gestaltern vermittelt. Die Firma verlegt ihren Sitz 1996 nach Starnberg und lässt überwiegend bei lokalen Manufakturen fertigen, die ökologische Materialien verwenden und Behinderte beschäftigen. 1994 und 1996 schreibt Böhm Nachwuchswettbewerbe aus. Die Aufgabe: platzsparende Möbel entwerfen. Er realisiert die besten Ideen, darunter Anette Ponholzers Regalsystem auf Rollen „Wunderkisten“ und das Regal „Notfall“ von Elke Volz und Frank Hussong. Nachhaltige, heimische Materialien wie Filz und Holz gehören noch immer zu den Ressourcen von Freiraum. freiraumdesign.com

Türklinke „1163“ (Hans Kollhoff)

„1163“ (Hans Kollhoff)

F S B

Im Jahr 1881 gründet Franz Schneider einen Gürtlerbetrieb in Iserlohn, der historisierende Möbelbeschläge und Devotionalien aus Messing herstellt. Erst mit dem Umzug ins westfälische Brakel erhält das Unternehmen 1909 den heutigen Namen – seinen Initialen F und S fügt Schneider das B für Brakel hinzu und vertreibt unter dem neuen Firmennamen die ersten Tür- und Fensterbeschläge in Silber und Schwarz. Im Bauboom des Wiederaufbaus nach 1945 ist Leichtmetall das Material der Stunde und FSB schafft, zunächst noch anonym, fast so etwas wie den Klinken-Prototyp des deutschen Wirtschaftswunders. Erst viel später wird der Gestalter bekannt (und bis ins New Yorker MoMA geehrt): der Ziseleur und Werkzeugmacher Johannes Potente. Otl Aicher ist es, der der Firma in den 80er-Jahren ein Gesamtkonzept verleiht und damit die Basis für ein immer noch anwachsendes Programm, in dem sich heute die weltweite Architekten- und Designerelite als Gestalter für hochwertige Beschläge findet. fsb.de

Fürstenberg Porzellan „Qi“ (Kap-Sun Hwang)

„Qi“ (Kap-Sun Hwang)

Fürstenberg Porzellan

Herzog Carl I. von Braunschweig erwirbt die Manufaktur im Jahr 1747. Sechs Jahre danach führt er das blaue „F“ als Markenzeichen ein. Den ersten großen Verkaufserfolg erzielt der Porzellanhersteller um 1850 mit Sammeltassen im Biedermeier-Stil. 1934 entwirft Wilhelm Wagenfeld „Form 639“, das bislang bekannteste Service der Manufaktur. Zum 250. Jubiläum kommt 1997 eine Sonderedition auf den Markt, erweitert um Vasen, Schalen und Leuchten. Ebenfalls ein Klassiker ist das Teeset „Form A“, das Bodo Kampmann 1957 entwirft. Mit Designpreisen ausgezeichnet sind u. a. „Basic“, ein Service von Marcello Morandini, und das fünfteilige Schalenset „Qi“ von Kap-Sun Hwang. fuerstenberg-porzellan.com

Gaggenau Küche

Induktions-Kochfeld „CI 490“ und Tischlüftung „AL400“

Gaggenau

Als Hammer- und Nagelschmiede wurde Gaggenau 1681 von Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden gegründet. 1880 wird die Produktion auf die Fertigung von Metallwaren umgestellt. Erst als Georg von Blanquet die Werke 1961 übernimmt, beginnt Gaggenau, Kücheneinbaugeräte zu produzieren. Der erste Backofen ist 90 Zentimeter breit und schafft es gleich in die Sammlung des New Yorker MoMA. Heute umfasst das Programm u. a. Dampfbacköfen, Mikrowellengeräte, Dunstabzugshauben, Kühl- und Gefriergeräte. Das Unternehmen wurde 1994 vom › Bosch-Siemens-Konzern übernommen. Das reduzierte, fast mini malistische Design der Geräte, die unter dem Chefdesigner Reinhard Segers in München entstehen, hat dem Unternehmen zahlreiche Designpreise eingebracht. Zu den bemerkenswertesten Produkten gehören der Weinschrank „IK 360“ aus Edelstahl und die versenkbaren Tischlüftungen „AL 400“ und „AT 400“. gaggenau.com

Gartenmöbel von Garpa

Gartenstuhl „Fontenay“
Gartenliege „United States“

Garpa

Weil Heinz Holert Plastikstühle im Garten verabscheut, sieht er sich Ende der 70er-Jahre in England nach Teakholzmöbeln um – und wird fündig. Aus Holerts privater Leidenschaft entsteht das Unternehmen Garpa in Escheburg bei Hamburg. 1979 importiert er die erste Kollektion massiver Teak-Gartenmöbel nach Deutschland – gerade rechtzeitig für die lifestyleverliebten Achtzigerjahre und perfekt passend zum grünen Boom der Toskana- und Terrakotta-Begeisterung. Mitte der 80er-Jahre sieht Heinz Holert das Foto eines Deckchairs des Luxusliners „United States“ und bringt das Re-Design der Liege mit Gurtbespannung auf den Markt – noch immer ein Topseller von Garpa. Mittlerweile führt Katja Holert, die Tochter des Firmengründers, das Unternehmen und erweitert das Angebot in mehrere Richtungen. Designer wie › Peter Maly oder › Christian Werner dürfen auch Materialien wie Aluminium, Edelstahl und Kunststoffgeflecht einsetzen – und immer öfter auch Möbel und Leuchten für drinnen entwerfen. garpa.de

Elektrogeräte von Gira

„Video Terminal“
„Esprit Glas“ (Phoenix Design)

Gira

„Fabrik von Apparaten für elektrische Beleuchtung" steht 1905 im Gründungs-Handelskammereintrag von Gustav Giersiepen, erst viel später, 1964, wird aus dem Inhabernamen und dem Firmensitz Radevormwald kurz Gira. Basis der hauselektrischen Innovationen ist ein firmeneigenes Kippschalterpatent und dessen Weiterentwicklung zu Flächenschaltern. Heute stellen knapp 1000 Mitarbeiter Elektroinstallationssysteme jeder Komfortklasse her, und insbesondere die Schalterkollektionen gibt es in fast unendlichen Material- und Oberflächenvarianten – von Edelstahl über farbigen Kunststoff bis zu Glas oder sogar Wengeholz. › Phoenix Design setzt damit die Pionierarbeit des ergonomie-begeisterten langjährigen Gira-Designers Prof. Odo Klose fort. Auch sonst gehört reduziertes Design zur DNA von Gira. Beeindruckend: die gläserne Firmenzentrale vom Architekturbüro Ingenhoven, Overdiek und Partner. gira.de

Duschkopf „Rainshower Icon“ (Phoenix Design)

„Rainshower Icon“ (Phoenix Design)

Grohe

1936 übernimmt Friedrich Grohe, ältester Sohn von Hans Grohe › Hansgrohe, die seit 1911 bestehende Firma Berkenhoff & Paschedag in Hemer. Zwei Jahre danach erhält er erste Exportaufträge, ab 1948 gibt er dem Unternehmen seinen Namen: Friedrich Grohe Armaturenfabrik. Die Firma beginnt im Ausland zu expandieren. 1984 kommt › Luigi Colanis organisch geformte Armaturenserie auf den Markt. Immer wichtiger wird dem Unternehmen der gestalterische Aspekt. Der Einsatz diesbezüglich lohnt sich. Designpreisen für die Armatur „Ondus“ 2007 folgen weitere für „Ondus Digitecture“ (2009), die Handbrause „Rainshower Icon“ (2010) von › Phoenix Design und den neuen „Digital Controller“ (2011). grohe.com/de