Design Designorientierte Hersteller von M-P

Designorientierte Unternehmen in Deutschland von A-Z.

 

Sofa „Big Johnny“

„Big Johnny“

Machalke

Auf eine fast 40-jährige Erfolgsgeschichte blickt das 1974 gegründete Unternehmen aus dem oberfränkischen Hochstatt zurück. Das elegante und doch lässige Design, die hochwertige Ausführung und bestes Leder für die Bezüge der gemütlichen und doch repräsentativen Sofas trugen wesentlich zur Beliebtheit der Marke bei. Alle Möbel sind „made in Germany“ – sie werden im eigenen Werk am Stammsitz produziert, zu dem neben einer Polsterei und Näherei auch eine firmeneigene Schreinerei und Schlosserei gehören. Über 200 Lederfarben bietet das Unternehmen für seine klassischen und zeitlosen Modelle, sodass für jeden (auch noch so ausgefallenen) Geschmack etwas dabei sein dürfte. 2005 wurde das Unternehmen von der Schweizer Gesellschaft Capvis Equity übernommen, zu der auch die Marken Frank Sitzmöbel, Wellis und De Sede gehören. machalke.de

Tapete „Scala“, Ulf Moritz

„Scala“, Ulf Moritz

Marburg Tapeten

Bereits 1845 gründete Johann Bertram Schaefer in Marburg ein Fachgeschäft für Innenausstattung und die Tapeten-Manufaktur J. B. Schaefer. Aber erst gut 30 Jahre später im Jahr 1879 wird die Tapetenproduktion gestartet. Von Beginn an macht sich das heute in der fünften Generation geführte Familienunternehmen mit Inno vationen einen Namen: So entwickelte es die ersten rapportlosen Tapeten, die Textil- und die Schaumvinyltapete sowie die Vliestapete. 1972 bringt die Firma unter dem Titel „X-Art-Walls“ Tapeten von Künstlern wie Alan Jones und Jean Tinguely heraus. Zu den technischen Innovationen der 70er-Jahre gehört die Entwicklung von „Profi-Vinyl“, der ersten Tapete mit mehrfarbigem Reliefmuster. Aktuelle Kollektionen werden unter anderem gestaltet von › Ulf Moritz, A&W-Designer des Jahres 2003, Richard Anuszkiewicz, › Luigi Colani und Karim Rashid. marburg.com

„Tischleuchte Hommage“ (Martin Wallroth)

„Tischleuchte Hommage“ (Martin Wallroth)

Mawa Design

In Berlin-Kreuzberg beginnt Martin Wallroth 1978, Alltagsobjekte zu entwerfen und sie selbst zu vertreiben. Seine Firma Mawa Design, seit 1997 in Langerwisch bei Potsdam ansässig, ist eine Kombination aus Manufaktur und Designbüro. In den 1980er-Jahren beschäftigt er externe Designer, und seine Produkte werden in Einrichtungshäusern angeboten. In Berlin und Umgebung gibt es kaum historische Gebäude, bei deren Renovierung nicht Leuchten von Mawa verwendet werden, denn Wallroth widmet sich neben experimentellem Design der 1980er- Jahre auch der Neuauflage von Klassikern, wie Arne Jacobsens „Cityhall“- Wanduhr und Fridtjof Schliephackes Stehleuchte aus matt geschliffenem Aluminium. Mawa-Produkte wie die Tischleuchte „Hommage“, eine gestalterische Verneigung vor der berühmten Wagenfeld-Leuchte, begegnen einem in vielen designorientierten Versandkatalogen. mawa-design.de

„Teeset Ming Drache“

„Teeset Ming Drache“

Meissen

Die gekreuzten Schwerter aus vier Pinselstrichen sind eines der ältesten und bekanntesten Markenzeichen der Welt – in Gebrauch seit 1722. Schon 1708 gelingt Johann Friedrich Böttger im Auftrag des sächsischen Kurfürsten August des Starken die Herstellung von weißem Porzellan. Um 1710 nimmt die Porzellanmanufaktur in Meißen die Produktion auf. Bald können die Stücke prächtig bemalt werden; ab 1739 kommt das kobaltblaue „Zwiebelmuster“-Dekor auf den Markt – ein Bestseller bis heute. Wegen der leuchtenden Farben und der künstlerischen Qualität wird das „weiße Gold“ aus Sachsen ein Begriff in aller Welt, begehrt bei Sammlern und Museen. Mittlerweile auf dem Weg zur globalen Luxusmarke wird 2012 in Mailand die „Villa Meissen“ eröffnet, um die Heimtextilien, Leuchten, Möbel, exklusive Wand- und Bodenbekleidung in Ambiente zu zeigen. meissen.com

„Ellipse“ (Tassilo von Grolman)

„Ellipse“ (Tassilo von Grolman)

Mono

Aus eine m einzigen „Monoblock“ gest anzt ist das Edels tahl besteck „Mono A“, das der Designer › Peter Raacke 1959 entwirft. P roduziert wird es von der Mono-Metallwarenfabrik Seibel in Mettmann, die sich 1985 nach ihrem bekanntesten Produkt benennt. Zuerst heißt die Manufaktur, die seit 1895 besteht, „Wilhelm Seibel Britanniawarenfabrik“. Damals haben die Objekte des Familienbetriebs noch traditionell geprägte Formen. Als das Besteck „Mono A“ Anfang der 1960er-Jahre auf den Markt kommt, löst es heftige Emotionen aus – Ablehnung hier, Begeisterung da. Die Serie wird bis heute produziert, auch in gediegeneren Versionen aus Titan und Gold. „In einer Zeit des schnellen Konsums und der kurzlebigen Trends wollen wir zeigen, dass es auch anders geht“, sagt Wilhelm Seibel junior. 1983 entwirft › Tassilo von Grolman die Teekanne „Mono“ mit passenden Accessoires. 2010 gelingt es ihm mit der Teekanne „Ellipse “ erstmals, einen hitzebeständigen Borosilikat-Glaskörper in asymmetrischer Form herzustellen. mono.de

Vasen von Nachtmann

„Vase Amalfi 27cm“
„Vase Amalfi 29cm“

Nachtmann

Ab 1834 stellt Michael Nachtmann in drei Glashütten im Bayerischen Wald Trinkgläser, Flaschen und Krüge her. Zur Jahrhundertwende übernimmt der Kommerzienrat Zacharias Frank die Firma F. X. Nachtmann, expandiert zunächst durch Zukauf und verlegt den Sitz nach Neustadt an der Waldnaab. In den 1970er-Jahren führt das Unternehmen umweltschonende Methoden zur Bleikristall-Verarbeitung ein. Durch den Aufkauf der Kristallglasfabrik Amberg im Jahr 1991 bildet Nachtmann eine Produktionskooperation mit › Rosenthal. Die kreative Leitung bei Nachtmann übernimmt 2002 der Münchner Designer Christian Haas. Er entwirft mit seinem Team verschiedene neue Kollektionen und produziert moderne Accessoires wie die Vasenserie „Kobe“ und „Amalfi“. 2004 wird Nachtmann vom österreichischen Glashersteller Riedel übernommen. nachtmann.com

Küchengeräte „Mega 135“

„Mega 135“

Neff

In einem Fachwerkhaus gründet Schlossermeister Carl Andreas Neff 1877 in Bretten/Baden seine Herd- und Ofenfabrik. 1914 entstehen die ersten Gasherde. 1957 führt Neff den in den USA bereits beliebten Mikrowellenherd als „Elektronenherd“ auf dem europäischen Markt ein, ein Jahr danach den ersten Induktionsherd. 1979 entwickelt die Firma den ersten vollelektronisch gesteuerten Herd. Seit 1982 gehört die Firma zur Münchner Gruppe Bosch-Siemens Hausgeräte (BSH). Es folgen weitere Innovationen für die Küche: 1991 die grifflosen Küchengeräte der Serie „Elegance“, 1995 die Herdreihe „Mega“ mit Selbstreinigungssystem für den Backofen und zum 135-jährigen Jubiläum im Jahr 2012 die Sonderedition „Mega 135“ – mit neuartigem Silver Light Display bei den Backöfen. Die silberne Anzeigegrafik im edlen schwarzen Glaseinleger erhöht die Lesbarkeit der Bedienblende. neff.de

Stuhl „Pressed Chair“ (Harry Thaler)

„Pressed Chair“ (Harry Thaler)

Nils Holger Moormann

Anfang der 80er-Jahre gabelt Nils Holger Moormann einen Anhalter auf, der von einem Münchner erzählt, der Möbel aus Glas und Lochblech herstellt. Das fasziniert den Jurastudenten, und wenig später lernt er diesen Münchner kennen: Es ist der Designer › Andreas Weber. Moormann bricht sein ohnehin ungeliebtes Studium ab, arbeitet mit und für Weber vor allem im Vertrieb und gründet 1982 seine eigene Firma in Aschau im Chiemgau. „Ich mag Dinge, die sich nicht selbst feiern oder irgendwie verschnörkelt sind“, erklärt Moormann sein Programm. Trotz der Einfachheit sollen seine Entwürfe überraschen. So wie das preisgekrönte Regalsystem „FNP“ von › Axel Kufus. Bis heute behauptet Moormann seine Nische als Designverleger – auch gegen kapitalmächtige Plagiatoren – mit gestalterischem Mut, Entdeckerfreude und Selbstironie. Moormann entwickelt Entwürfe junger Designer zur Marktreife – und gönnt sich ein eigenwilliges Hotelprojekt: „Berge“ in seiner Heimatstadt Aschau beherbergt Designliebhaber. moormann.de

„Tex Glass“- Kollektion

„Tex Glass“- Kollektion

Nya Nordiska

Nya Nordiska ist einer der weltweit führenden Textilverlage mit Sitz im niedersächsischen Dannenberg. 1964 von Heinz Röntgen mit dem absichtlich skandinavisch klingenden Namen gegründet, ist das Unternehmen bis heute in Familienbesitz. Nach seinem Tod 2003 führt Diete Hansl-Röntgen mit den vier Kindern die Firma mit 120 Mitarbeitern. Einst für seine Streifen-Stoffe bekannt, öffnet sich die Marke innovativen, textilen Technologien und der architektonischen Raumgestaltung. So entstand die Weltneuheit „Nya Walls“, Wandpaneele mit textiler Struktur und „Tex Glass“ – in Glas eingearbeitete Stoffe als dekorative Raumelemente. Nya Nordiska-Produkte wurde mit vielen Designpreisen geehrt, u. a. mit dem Good Design und dem German Design Award. Das erweiterte Firmengebäude vom Büro Staab Architekten wurde Ende 2012 mit dem Niedersächsischen Staatspreis für Architekten ausgezeichnet. nya.com

„Vier Jahreszeiten Sommer Teekanne“ (Hella Jongerius)

„Vier Jahreszeiten Sommer Teekanne“ (Hella Jongerius)

Nymphenburger Porzellan

Unterstützt durch Kurfürst Max III. Joseph gründete der Hafnermeister Franz Ignaz Niedermayr 1747 die erste Porzellanmanufaktur in Bayern. Sie erreicht nur Fayencen-Qualität, der Kurfürst verliert das Interesse. Erst als 1751 Sigmund Graf Haimhausen, Kenner des streng gehüteten Geheimnisses der Porzellanherstellung, Mitarbeiter wird, sind die Grundlagen zum heutigen Weltruhm der Manufaktur gelegt. Von 1754 an bis zu seinem Tod im Jahr 1763 entwirft der Bildhauer Franz Anton Bustelli rund 150 Figuren, darunter sechzehn aus der Commedia dell’Arte, ein Hauptwerk des süddeutschen Rokoko. Wenig später beziehen die Porzellanhersteller den Kavaliersbau am Nymphenburger Schlossrondell, bis heute Standort. Künstler und Designer wie Ted Muehling, › Konstantin Grcic und Hella Jongerius bereichern die Kollektion mit ungewöhnlichen Sondereditionen, die schnell Sammlerwert erhalten. nymphenburg.com

Leuchten von Occhio

„Io 3d-Basso“
„Io 3d-Tavolo“

Occhio

„Es ist ein großer Vorteil, die Fehler, aus denen man lernen kann, möglichst früh zu begehen.“ Diese Erkenntnis Winston Churchills könnte Axel Meise voll und ganz unterschreiben. Als er 1987 sein Maschinenbaustudium schmeißt und in der Boomzeit des deutschen Designs eine Firma gründet, geht er bald darauf pleite. „Ich habe damals zu viele Dinge versucht, die ich nicht beherrschte – Produktion, Mitarbeiterführung, Finanzen, vor allem Komplexität. An ihr ist die Firma letztlich gescheitert“, sagt Meise. Das macht er seitdem entschieden anders und sehr erfolgreich. Mit seiner 1998 gemeinsam mit Christoph Kügler entwickelten Produktfamilie „Occhio“ schafft er ein modulares Beleuchtungssystem, das für den privaten Bereich genauso gut funktioniert wie für den Objektbereich. In den Ausbau dieses mehrfach designpreisgekrönten Systems steckt Axel Meise seine gesamte Energie und sein Know-how. axelmeiselicht.de

„Flou“ (Ronan und Erwan Bouroullec)

„Flou“ (Ronan und Erwan Bouroullec)

Parador

„Eine Marke ist eine Persönlichkeit, die von Persönlichkeiten geschaffen wird“, glaubt der Holzingenieur Karl Hüls und veredelt den No-Name-Artikel Holzfußboden zum High-Class- Produkt „Parador“. 1977 gründet er die Firma in Coesfeld, stellt zunächst Echtholzpaneele und Leisten her und überträgt schließlich das Furnier-Know-how des familiären › Hülsta-Werkes auf die Gestaltung von Boden, Wand und Decke. Heute umfasst das Angebot Parkett- und seit 1995 auch Laminatböden, Paneele und Massivholzdielen; eigene Click-Patente bauen Schwellenängste vor dem Selbstverlegen ab. Unter der Leitung von Gertrud Hüls und Volkmar Halbe weitet sich das Portfolio auch immer stärker Richtung Design aus, internationale Stars wie › Konstantin Grcic, ›Werner Aisslinger, Ross Lovegrove und die Brüder Bouroullec, A&W-Designer des Jahres 2013, entwerfen Muster für die Böden. Seit Neuestem folgt Parador den Kunden auch nach draußen – mit Terrassendielen. parador.de

Küche „+ Artesio“ (Hadi Teherani)

„+ Artesio“ (Hadi Teherani)

Poggenpohl

„Eine Augenweide und eine Dauerfreude zugleich“ – so wirbt Poggenpohl, eine der ältesten Küchenmarken der Welt, schon in den 20er-Jahren für ihre Möbel mit der charakteristischen „Zehnfach-Schleiflack“-Oberfläche. Nach dem ersten Weltkrieg hat das 1892 von Friedemir Poggenpohl gegründete Unternehmen den Vorgänger der modernen Anbauküche entwickelt – funktionale, raumsparende Küchenzeilen als Lösung auch für kleine Wohnungen. In den 70ern ist Poggenpohl gleich zweimal Pionier – mit der Kücheninsel und der legendären futuristischen „Kugelküche“ von › Luigi Colani, die heute als Unikat die Firmenzentrale in Herford schmückt. In seiner ehrgeizigen › Porsche-Küche (Zielgruppe „Männer“) nutzt Poggenpohl ab 2007 als weltweit erster Küchen hersteller Carbon für die Front- Gestaltung. Hoch hinaus geht ab 2011 › Hadi Teheranis „Artesio“-Design – seine Küche bildet einen Raum im Raum. poggenpohl.com