Jubiläum des Museums für Moderne Kunst 50 Jahre Guggenheim

Zum 50. Geburtstag von Frank Lloyd Wrights Museumsikone manipulieren Künstler, Architekten und Designer den New Yorker Bau – natürlich nur am Computer.

Über 700 Entwurfszeichnungen fertigte Frank Lloyd Wright, als er den Museumstempel für den Industriellen Salomon R. Guggenheim plante. Er erfand, inspiriert von den Bäumen im nahen Central Park, eine organische Form, die spiralförmig emporwächst und in einer Glaskuppel mündet. Als das Museum 1959 eröffnete, sechs Monate nach dem Tod des Architekten, hagelte es zunächst Kritik: Das skulpturale Gebäude sei Dokument „eines Kriegs zwischen Architektur und Malerei, aus dem beide verletzt hervorgehen“, schimpfte damals die New York Times. Dass gerade die Helixform die Phantasie herausfordert, demonstriert jetzt die Ausstellung „Contemplating the Void: Interventions in the Guggenheim Museum“.

Zum 50. Geburtstag der „Schnecke“ verraten 200 Designer, Architekten und Künstler mit Computeranimationen, wie sie den Touristenmagneten am Central Park verändern würden. Vor allem der gut 6215 Kubikmeter große, leere Bauch des Museums reizte Kreative wie die Campana-Brüder aus Brasilien, den Spanier Martí Guixé und das Architekturbüro Snøhetta zu kühnen Visionen. Schade nur, dass die Realisierung dieser Phantasien unwahrscheinlich ist – besonders in diesem Fall: Die New Yorker Architekten von WORKac verwandelten die Rampe in eine Wildwasserrutsche, auf der die Besucher in Gummireifen an der Avantgardekunst vorbeitreiben. guggenheim.org

Autor:
Camilla Péus
Fotograf:
Anish Kapoor, MAD, N55, WORKac