Ausstellung in Hamburg Böse Dinge. Eine Enzyklopädie des Ungeschmacks

Das Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) in Hamburg präsentiert bis zum 15. September 2013, eine Ausstellung zum Thema "Geschmacksverirrungen".

Unterleib-Aschenbecher, 2009

Historistische Tischuhr, 2. Hälfte 19. Jh.

Historistische Tischuhr, 2. Hälfte 19. Jh.
Kategorie: Jägerkitsch
Sammlung Werkbundarchiv – Museum der Dinge, Berlin

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Dennoch, was zeichnet ein Produkt aus, um es als gut oder schlecht, schön oder hässlich zu bezeichnen?

Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg greift den Diskurs um „guten“ und „schlechten“ Geschmack auf und zeigt die vom Werkbundarchiv – Museum der Dinge, Berlin, entwickelte Ausstellung „Böse Dinge. Eine Enzyklopädie des Ungeschmacks“, die historische und aktuelle Positionen einander gegenübergestellt. Das Konzept der Ausstellung „Böse Dinge“ basiert auf der Publikation „Guter und schlechter Geschmack im Kunstgewerbe“ des Kunsthistorikers Gustav E. Pazaurek von 1912 und weist auf, dass das Thema bereits zu Beginn des vorherigen Jahrhunderts diskutiert wurde. Anhand eines komplexen Kriterienkatalogs, mit Begriffen wie „Dekorbrutalitäten“ und „Materialvergewaltigung“, entwickelte Pazaurek die "Abteilung der Geschmacksverirrungen" im Stuttgarter Landesmuseum, welche 1909 eröffnet wurde. In der aktuellen Ausstellung werden nun etwa 60 Objekte aus seinem Fundus mit aktuellen Designobjekten konfrontiert. Dabei wird Pazaureks Systematik auf ihre heutige Gültigkeit überprüft und mit neuen Kategorien erweitert.

Mobiltelefon-Halter, Agora Gifthouse AB, Schweden, 2009

Mobiltelefon-Halter, Agora Gifthouse AB, Schweden, 2009
Kategorie: Unpassende Schmuckmotive
Sammlung Werkbundarchiv – Museum der Dinge, Berlin

Neben der Ausstellung gibt es außerdem eine Tauschbörse, zu der die Besucher ihre ungeliebten Gegenstände mitbringen und gegen ein neues „böses“ Ding eintauschen können. Jedes mitgebracht Ding bekommt ein Identifikationskärtchen, auf dem sich der ursprüngliche Besitzer verewigt und den Grund nennt, warum der Gegenstand aus seiner Sicht „böse“ ist.

Böse Dinge. Eine Enzyklopädie des Ungeschmacks

16. Mai bis 15. September 2013
Öffnungszeiten: Di –So 10 – 18 Uhr, Do 10 – 21 Uhr

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Steintorplatz, 20099 Hamburg

Weitere Infos finden Sie unter www.mkg-hamburg.de

Schlagworte: