Moderner Hotelbau mit Nachhaltigkeit Klima-Hotel

Matteo Thun setzt mit dem Zertifikat „Klima- Hotel“ neue Standards für Nachhaltigkeit im modernen Hotelbau.

Bella Vista

Matteo Thun

Matteo Thun

Was motivierte Sie, ein Gütesiegel für nachhaltige Hotelbauten zu entwickeln? In den letzten zehn Jahren hat sich die Hotelbranche sehr verändert: Die Sterne-Kategorien halten nicht mehr das, was sie dem Gast versprechen. Ein 3-Sterne- Hotel wird heute oft mit einem 2- Sterne-Budget gebaut, ein 4-Sterne- Haus hat ein 3-Sterne-Budget. Wir haben einen Kriterienkatalog geschaffen, der Gästen eine Auswahlsicherheit gibt und Architekten eine Planungsstütze.

Welches sind die Kriterien für das „KlimaHotel“? Neubauten werden nach einem Punktesystem beurteilt. Die Hälfte der Wertung erlangen die Häuser durch ökologische Faktoren – von der Orientierung an traditionellen Bauformen der Region bis hin zum Einkauf bei Bauernhöfen der Gegend. Die Wirtschaftlichkeit macht 20 Prozent, kulturelle Angebote und Wohlbefinden 30 Prozent der Wertung aus.

Welches sind die Wohlfühl-Aspekte? Es beginnt mit der Analyse der Seele des Ortes, wir nennen das den Genius Loci. Bei eigenen Projekten übernachte ich oft eine Nacht im Zelt auf dem Bauplatz, um das Mikroklima zu erleben: Woher weht der Wind, wo geht die Sonne auf? Und es geht um optische Barrierefreiheit. Die Idee ist, sich in einem Gebäude frei zu fühlen. Licht, Akkustik, Haptik und Temperatur spielen eine Rolle. Es ist ein holistischer Ansatz.

Ist Hotelgästen Nachhaltigkeit wichtig? Ja, in dem Moment, wo sie das Wohlbefinden steigert. Das wird über die Themen Licht, Luft, Wasser, Boden und saisonale Küche gewährleistet. Am Ende ist es ja so: Fühlt sich der Gast wohl, kommt er wieder. Tut er das nicht, ist man ihn los.

Wie reagiert die Touristikbranche auf Ihre Initiative? Hotel- und Gewerbeverbände beginnen, sich dafür zu interessieren, nachdem sie dachten, wir würden eine Konkurrenz zur Sterne- Einteilung aufbauen. Dem ist nicht so. Ich bin sicher: Das „Klima- Hotel“ wird bald Standard sein.

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Autor:
Dorothea Sundergeld