Technoide Baum-Gebilde „Maelstrom“ von Roxy Paine

Roxy Paine gehört nicht zu jenen Künstlern, die das verlorene Paradies suchen. Der Amerikaner ist eher Mitglied eines eisernen Geschlechts, das wie in der Götterdämmerung, mit dem Schmiedehammer in der Hand die Welt neu erschafft.

„Maelstrom“

Jüngstes Beispiel: ein „Maelstrom“ genanntes Dickicht auf dem Dach des New Yorker Metropolitan Museum of Art, gefertigt aus 10 000 Einzelteilen in Edelstahl, fast zehn Meter hoch, sieben Tonnen schwer. Das Werk gehört zu der Serie sogenannter „Dendroiden“, technoide Baum-Gebilde, die der 45-Jährige seit 1999 für verschiedene Orte in der Welt fabriziert. Vorausgegangen war ein künstlerisches Forschungsprojekt. Er habe, so Roxy Paine, die „Logik“ oder „Sprache“ studiert, nach der Bäume wachsen, und daraus Ur-Formeln generiert. „Ich reduziere das organische Wesen auf seine Einzelteile und Regeln“, sagt er – und fügt stählerne Rohre, Leitungen, Stangen und Stäbe zu Stämmen, Ästen und Zweigen. „Maelstrom“ war auf dem Dach des Metropolitan Museum of Art zu sehen. Für eine Ausstellung in Berlin wächst bereits ein neuer Dendroid im Gewächshauslabor Roxy Paines.

Jablonka Galerie, Berlin, jablonkagalerie.com