Hotels Sonnige Oasen für den Winterurlaub

Der Winter weckt die Sehnsucht – nach Sonne, Wärme, fernen Ländern. Eine kleine Flucht in exotische Gefilde, das ist der Traum vieler Nordeuropäer, wenn die Tage kurz und kalt sind. Wir stellen drei Oasen für unvergessliche Urlaubserinnerungen vor: The Great Getaway in Marokkos alter Königsstadt Marrakesch, den Chedi Club Tanah Gajah auf Bali und die Molori Safari Lodge in Südafrika.

The Great Getaway, Marrakesch

Der Muezzin ruft von der Koutoubia-Moschee mit melodischem Singsang sein Abendgebet in den sternenklaren Himmel; von den zwei Minaretten in der Nachbarschaft ertönt es zeitversetzt. Neben diesem exotischen Kanon empfängt den Gast auf der Terrasse des Riads The Great Getaway Medina in Marrakeschs Altstadt der Orient mit allen Sinnen: Würzige Wohlgerüche und fremdartige Laute steigen aus den engen Gassen empor. Wenn die Hitze nachlässt, erwacht das Leben. Einheimische gehen ihren Geschäften nach, Touristen ziehen zum Djemaa el Fna, dem legendären Markt der Gaukler und Wahrsager, Schlangenbeschwörer und Märchenerzähler. Wer jedoch keine Lust hat auf Kobra-Flötentöne, Henna-Bemalung oder Schafskopf und Schnecken im Sud, der findet in der „Roten Stadt“ auch elegante Vergnügen. Nicht erst seit Sir Rocco Forte oder Richard Branson Marokkos „Perle des Südens“ für ihre Hotel-Investments gewählt haben – von den 5-Sterne-Plus-Anlagen arabischer Scheichs und des marokkanischen Königshauses selbst einmal abgesehen –, boomt die Stadt, die schon in den 70er-Jahren Europäer wie Yves Saint Laurent oder Arndt von Bohlen und Halbach verzauberte. Heute kann man Madonna, Mick Jagger oder Michael Douglas begegnen. In das auch „Paris Afrikas“ genannte Marrakesch vor der großartigen Kulisse des Atlas-Gebirges haben sich vor etwa fünf Jahren der Hamburger Journalist Christian Krug und Ina Tibke, damals Managerin im Süllberg-Restaurant, verliebt – und in den Traum, hier eine einzigartige Lodge mit Spa zu erbauen und zu führen.

Die Architektur dafür entwarf Freund und Teilhaber Moritz Theden aus Berlin. Aber wie das so ist in exotischen Sehnsuchtsländern: Man benötigt außer Geld Geduld und gute Nerven, bis alle Genehmigungen vorliegen. Und bis das Lodge-Resort, ein paar Kilometer außerhalb der Stadt gelegen, an der legendären Straße von Amizmiz, die auf den Hohen Atlas führt, eröffnet werden kann, betreibt Ina, jetzt verheiratete Krug, seit Ende 2011 das im Medina-Viertel Sidi Ben Slimane dazugekaufte Riad. Die historische Stadtvilla, die wie alle vornehmen Häuser der Altstadt von außen nichts Besonderes vermuten lässt, bietet vier Deluxe-Zimmer, zwei Suiten und eine rund 300 Quadratmeter große Dachterrasse. Auf ihr hat man einen Rundumblick über die mit Satellitenschlüsseln gepflasterten Dächer, sieht die Minarette der Moscheen – und hört die Muezzine.

Innen empfängt den Gast stilvoll ein Ambiente, das Ina Krug zusammen mit dem Hamburger Interior-Experten Olaf Thomas inszeniert hat. Kein kitschiges 1001-Nacht-Paradies, eher ein Zeugnis für die großartigen Handwerkskünste, die in den Souks zu finden sind. „Die Wände sind in der traditionellen Tadelakt-Technik verputzt und die Zierbögen im Innenhof vor Ort in tagelanger Sisyphusarbeit in den Marmorstuck hineingeschnitzt“, erklärt Ina Krug, „und auch alle Zierleuchten, die gehämmerten Silbertische oder intarsierten Möbel haben wir im Souk entdeckt oder speziell anfertigen lassen.“

Viele ihrer Gäste aus aller Welt, „kürzlich hat eine thailändische Familie alle Zimmer und Suiten gebucht“, holen sich von ihr die besten Adressen für einen Einkauf. Für Teppich-Interessenten empfiehlt sie eine Frauen-Kooperative, die die faire Bezahlung der Berberfrauen garantiert – und ebenso faire Verkaufspreise. Selbst wenn das Herunterhandeln bei einem Glas Tee natürlich dazugehört, sonst macht es selbst dem Händler keinen Spaß. Auch wo die besten Restaurants, Cafés, Bars und Country Clubs zu finden sind, weiß die junge Gastgeberin. Im Beldi zum Beispiel verbringt man den gepflegtesten Badetag – im Schatten uralter Olivenbäume und zwischen den Rosmarinbüschen, die den langen Pool säumen und beduften. The Great Getaway hält, was der Name verspricht: Der Gast kommt hier ganz schnell weg vom Alltagsstress.

Autor: Barbara Friedrich

The Great Getaway, Marrakesch

6, Rue Bin Touahame, Sidi Ben Slimane 40 000 Medina-Marrakesch, Marokko
Zimmer ab 150 Euro, Suiten 210 Euro, jeweils pro Raum für 2 Personen inkl. Frühstück und Steuern
Zu buchen über Website the-great-getaway.com

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Barbara Friedrich, Claudius Wirz