Edition Autoren-Design von Auerberg

Archetypen, Readymades und Nutzobjekte von Autoren-Designern: Unter dem Namen Auerberg entsteht eine Edition von zukünftigen Lieblingsstücken.

Die Idee kam, wie so oft, in der Krise. Christoph Böninger, langjähriger Siemens-Designer, der nebenher gern Möbel erfindet, hatte gerade einen Produktentwurf verkauft: eine dreistöckige Sackkarre, praktisch und mobil, mit Bücherregalfunktion. Da kam die Finanzkrise 2008, und der Hersteller zog sich zurück. Christoph Böninger beschloss, seine „Bücherkarre“ selbst zu produzieren. In unternehmerischer Laune fragte er noch ein paar befreundete Designer, ob sie nicht auch Lust hätten, einmal etwas ganz nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten. Ohne Marketinglogik und Modezwang, dafür mit Risiko. Alfredo Häberli, James Irvine, Tobias Grau und ein paar andere hatten Lust.

Das kleine Label Auerbach wurde im Frühjahr 2011 ins Leben gerufen. Mit einer liebevoll gestalteten Website, aber ohne Händlervertrieb. Auerberg verkauft so unterschiedliche Dinge wie eine Readymade-Garderobe, das Urbild des bayerischen Wirtshausstuhls, afrikanische Obstkörbe und Holzkohle, die Wasser filtert.

Gemeinsam ist den Autoren-Designern die Haltung: Ihre Produkte sollen langlebig, hochwertig, nicht modisch und echte Lieblingsstücke sein: Küchenspezialist Herbert Schultes wollte endlich einmal etwas Filigranes schaffen und erfand elegante Karaffen und Gläser. Piero Lissoni erinnerte sich beim Design seiner „Bento Box“ an die Brotdose, mit der er als Kind zur Schule ging und die für ihn eine Schatztruhe war. Alfredo Häberli, der Bücher liebt, gestaltete eine Bücherliege aus Aluminium, federleicht wie eine Calder-Skulptur. Und Leuchtendesigner Tobias Grau baute sich einen persönlichen „Diener“, an den er sein Jackett hängt, bevor er an den Schreibtisch geht. auerberg.eu