Interview mit Klaus Bischoff Der VW Golf: Alles bleibt anders

Der Golf ist ein Klassiker. Chefdesigner Klaus Bischoff erklärt, wie man seine Identität bewahrt und ihn trotzdem immer neu erfindet. Jüngstes Beispiel: der Golf VII.

VW Golf sieben Generationen

A&W: Jeder, dem ich sagte, dass ich mit Ihnen über den neuen Golf sprechen würde, erzählte mir seine persönliche Golf-Geschichte. Das Auto ist ein Phänomen, seit 38 Jahren und sieben Generationen. Welchen Anteil hat das Design daran? K. B.: Es sorgt für Zeitlosigkeit. Wenn Sie das jüngste Modell ansehen, sagen Sie sicherlich sofort: „Das ist ein Golf.“ Er hat ein wiedererkennbares gestalterisches Gesicht, also das, was man „Produktidentität“ nennt.

VW Golf 2012

Der Kühlergrill ist jetzt schlanker.

A&W: Wie bewahrt man diese Identität und erfindet den Wagen trotzdem alle sechs bis sieben Jahre neu? K. B.: Indem man immer wieder darüber nachdenkt, was bereits ein typisches Element des Autos ist, was künftig eines werden könnte, welches renovierungsbedürftig ist, welches verzichtbar, und was könnte schöner gemacht oder durch neue Technik bereichert werden? Solche Filtrations- oder Kristallisationsprozesse sind gewissermaßen die Kultur von Volkswagen und ganz besonders beim Golf. Am aktuellen Auto zum Beispiel ist jede Linie, jede Kante neu – aber neu im Sinne von gespannter, präziser, qualitätvoller – und zugleich auch irgendwie bekannt. Es geht also um Kontinuität.

Autor:
Gabriele Thiels
Fotograf:
Jan Kopetzky, PR