Kein Magazin, kein Buch, eine Wundertüte Die Zeitschrift "Inventario"

Foscarini leistet sich eine Zeitschrift, die über Design berichtet. Aber gerade nicht über die venezianische Lampenmarke.

Aplomb

Foscarini-Chefs

Die Foscarini-Chefs Alessandro Vecchiato (r.) und Carlo Urbinati vor „Twiggy“-Leuchten von Marc Sadler (2006).

Das ist kein Magazin. Und auch kein Buch. Das ist eine Wundertüte. Im Herbst wurde auf der Architekturbiennale in Venedig eine Publikation vorgestellt. Sie heißt „Inventario“ (Inventar), soll alle vier Monate erscheinen und beschäftigt sich mit Design, Architektur und Kunst. Man findet Erwartbares darin wie ein langes Interview mit einem Designer (Konstantin Grcic), eine Experten-Auswahl vielversprechender Nachwuchsdesigner oder die Beschreibung der technischen Schritte einer Produktentwicklung. Aber es gibt auch Überraschendes zu entdecken wie „Dialoge über Objekte, die aus der Mode gekommen sind“ (das Bügelbrett für Hemdsärmel) oder eine Sammlung von Möbeln, die halb Schreibtisch halb Studierkammer sind, außerdem wird der perfekten Form der Walnuss gehuldigt. Man spürt die Neugier, die Freiheit zu assoziieren und die Sachkenntnis, die dahintersteckt. Man fühlt sich auf charmante Art belehrt und stellt als blasser Nordeuropäer fest: So lässig können das nur die Italiener.

Zitat

„Know-how bringt Gestaltungsfreiheit.“

Seite 1 : Die Zeitschrift "Inventario"
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Autor:
Gabriele Thiels