Designtradition auf Dänisch Möbelunternehmen BoConcept

Von Beginn an ging es bei dem Möbelunternehmen BoConcept um handwerklich präzises und formschönes, aber schnörkelloses, unaufdringliches Design.
BoConcept Geschichte

Smartville Sessel für BoConcept

Ergebnis heutiger Crossover-Kooperation: der Smartville Sessel.

Was muss das für ein Gefühl sein? Als die jungen Tischler Jens Ærthøj und Tage Mølholm 1952 im dänischen Städtchen Herning einen Schrank mit Eichen- und Walnussfurnier zimmerten, ahnten sie nicht, dass sie gerade das Debütstück für ihr späteres Erfolgsunternehmen BoConcept gefertigt hatten. Übersetzt heißt die Marke „Wohnkonzept“. Heute staunen die beiden Mittachtzigjährigen über weltweit 260 Filialen von Köln bis Kenia. Allein in Paris, wo 1993 der erste BoConcept-Store eröffnet wurde, gibt es neun Filialen. Die Geschäfte leiten nun die Söhne: Neben Viggo Mølholm und Mogens Ærthøj treten auch deren Kinder Kim und Allan Mølholm und Lasse Ærthøj in die Fußstapfen der Gründerväter.

Wäscheschrank BoConcept

Das Erfolgsmodell: der Wäscheschrank.

Verbindlich für die Nachfolger ist die Maxime: handwerklich präzises, formschönes, aber schnörkellos unaufdringliches Design. „Klare Linien, Schlichtheit und moderne Zeitlosigkeit sind typisch dänisch und prägen nach wie vor unsere Kollektionen mit rund 100 neuen Produkten im Jahr“, sagt Catherina Zeman, die Marketingmanagerin in Deutschland.

BoConcept Fabrik in Thringesvej

Die neue Fabrik: Mitarbeiter vor der vergrößerten Firma in Thrigesvej, 1954.

Die Bücherwand „Flexi“ war 1979 das erste Regalsystem Dänemarks, bei dem der Kunde selbst zum Designer wurde. Heute erledigen das die Einrichtungsberater der Marke. „Unsere Vision bleibt es, flexible Lösungen für urbane Menschen zu bieten“, so CEO Torben Paulin. Dazu passt die neue Kooperation mit Smart: Der kleine Flitzer „Smart Fortwo BoConcept Signature Style“ mit seinen Sitzen aus mokkabraunem Leder, mattweißer Lackierung und neongelben Kontrastnähten sieht aus wie ein von BoConcept gestaltetes Wohnzimmer auf Rädern und der neue Lounge-Sessel wie ein Sportwagensitz.

MB BoConcept X Smart

Der wohnliche Stadtflitzer in Mattweiß: Smart Fortwo BoConcept Signatur Style.

Die Zusammenarbeit mit externen Designern hat Tradition. Karim Rashid etwa schuf 2012, zum 60. Jubiläum, das „Ottawa“-Esszimmer mit blattförmigen Stühlen, das den „Red Dot Design Award 2013“ gewann. „Der Mix von warmen und kühlen Farben, natürlichen Materialien und industriellen, Holz und Neon wird 2014 unser Thema sein“, verrät Catherina Zeman. Um solche Informationen zu erhalten, treffen sich jährlich Mitarbeiter aus 50 Ländern im BoConcept Inspiration Camp. Und worin liegt das Geheimnis dieser jahrzehntelangen guten Zusammenarbeit zweier Familien? „Im gegenseitigen Respekt und in der Andersartigkeit“, meint Jens Ærthøj. „Und Tage und ich sind auch sehr gutmütige Zeitgenossen.“
 

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Autor:
Camilla Péus