Burgbad

Neue Illustrationen von Jean-Philippe Delhomme

Mit leiser Ironie illustriert Jean-Philippe Delhomme die gesellschaftlichen Spiele der Society. Jetzt hat der New Yorker Künstler Anzeigen für Burgbad gezeichnet.

Selbstporträt

Ein kleiner Mann, der an Danny DeVito erinnert, prahlt vor zwei langbeinigen Blondinen –mit seiner Kunstsammlung? Eine Brünette im kleinen Schwarzen, die „Carla“ heißt und wie die Bruni aussieht, bereitet ein Candle-Light-Dinner vor. Etwa für den Präsidenten? Frauen tratschen wie bei „Sex and the City“ inmitten von Bergen von Shoppingtüten. Die beschriebenen Szenen sind kleine Skizzen mit beiläufigem Glamour – und wie zufällig spielen alle im Bad. Der renommierte Illustrator Jean-Philippe Delhomme hat sie gezeichnet – als Motive für die neue Anzeigenkampagne der internationalen Marke Burgbad aus dem sauerländischen Schmallenberg. Da darf man sicher mal fragen: Wie kam es denn dazu?

Der Franzose Delhomme, Jahrgang 1959, lebt in New York und ist berühmt in der Modeszene. Er gilt als präziser Beobachter des kreativen und amüsanten Teils der „Society“, den er auch in einem Blog beschreibt und zeichnet. Dafür hat er einen Stellvertreter ersonnen: einen Hippie mit exquisitem Geschmack, ein schmaler Mann mit eckiger Brille und Vollbart, der Mut zu kräftigen Farben hat. Früher hätte man dazu Flaneur gesagt.

Wanne „Senza“

Ein Herr zeigt stolz die Wanne „Senza“, als sei sie eine Skulptur.

Delhomme nennt ihn den „unbekannten Hipster“ (unknownhipster.com). Es ist ein Mann, der nie eingeladen, aber immer dabei ist, wenn der Zeitgeist Feste feiert: auf einer Vernissage der Gagosian Gallery oder beim 25-jährigen Jubiläum des New Yorker In-Restaurants „Indochine“. Mittendrin sein und doch den leise ironischen Blick von außen bewahren: Das ist Delhommes Markenzeichen.

Wenn nun ein im besten Sinne bodenständiges Unternehmen wie Burgbad diesen Mann bittet, die Optik für die aktuelle Kampagne seiner neuen Produkte zu übernehmen, wirkt das auf den ersten Blick überraschend. Beim zweiten Hinschauen passt es: Schon die „New York Times“ stellte fest, dass bei niemandem „die unerträgliche Leichtigkeit des Hip-, Reich- und Glamourös-Seins so entwaffnend bodenständig“ wirke wie bei Jean- Philippe Delhomme. Zum anderen sagt Jörg Loew, Vorstand von Burgbad, es sei wichtig, „dass wir uns als Unternehmen nicht immer so bierernst geben“. Das ist ungewöhnlich und zeigt, wie selbstbewusst Europas größter Badmöbelhersteller im gehobenen Segment ist.

Candle-Light-Dinner

Carla bereitet ein Candle-Light-Dinner auf „Diva“, dahinter „Elysée“-Möbel.

Seit 1946 gibt es die Firma, die von Dieter Ruddies gegründet wurde und mit Kaffeemühlen und Bauklötzen begann. Ruddies hat 2008 an einen strategischen Investor verkauft, die türkische Eczacibasi Holding. Mit ihr expandiert Burgbad, die „Company Language“ ist längst Englisch.

So sind Delhommes Anzeigenmotive auch sophisticated, weltoffen, humorvoll. Und es freut Jörg Loew besonders, dass der Betrachter die Burgbad-Produkte gut erkennen kann. Erwartet hatte er das von diesem Künstler nicht.

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Autor:
Volker Corsten