Guide Die Documenta-App

Der Guide: DMAP heisst die Documenta-App, ein Wegweiser durch Raum, Zeit und Gefühlswelt.

Documenta App

Die Welt passt nicht erst seit Erfindung der Smartphones in die Hosentasche. Schon die alten Römer kannten kleine Stücke Stoff, bemalt mit Ozeanen und Küsten. An solche „mappa mundi“, Karten der Welt, erinnert der belgische Kunsthistoriker Nicola Setari: Dmap heißt die von ihm entwickelte Gratis-App. Sie ist jedoch mehr als ein Wegweiser, der mittels GPS und etwas Fingerspitzengefühl vom Museum Fridericianum zum Skulpturenpark am Aueteich lotst. Auch den klassischen Multimedia-Guide übertrumpft ihre Software: „Statt nur Erklärungen zu den Werken zu liefern, ermöglicht dmap ihren Nutzern, sich in eine Stimmung zu versetzen, die unterschiedliche Perspektiven für eine engagierte Beschäftigung mit den Werken eröffnet“, so Pressesprecherin Henriette Gallus. Interviews mit Künstlern und von ihnen erarbeitete Audio-Impressionen helfen, die Exponate mit ihren Augen zu sehen. Der französische Philosoph Paul Valéry hat sich bereits 1928 gefragt, wie neue Medien das Kunsterlebnis verändern, und träumte von der „Eroberung der Allgegenwärtigkeit“. Dmap wagt den Versuch: waghalsig, teilweise anstrengend, aber sicher nicht langweilig.

 

Autor:
Petra Mikutta
Fotograf:
Kai-Uwe Gundlach