Handwerk Marmorieren - Istanbuls Ebru-Meister

Hikmet Barutçugil ist Ebru-Meister in Istanbul. Keiner beherrscht die Kunst des Marmorierens so gut wie er.

Hikmet Barutçugil mit seinem Papiermuster Barut-Ebru

Musterproben

Musterproben von verschiedenem Stein- und Adermarmor.

In Hikmet Barutçugils Holzhaus flutet mildes Tageslicht durch das Wellenmuster seidener Vorhänge wie durch Blätter im grünen Wald. Türkisches Marmorpapier mit roten Tulpen schmückt die Kassettendecke. Pendelleuchten streuen marmoriertes Licht, und im Gästezimmer sehen sogar die Bettüberwürfe so schön wie Marmor aus. Was bei uns als Marmorpapier bekannt ist, heißt auf Türkisch „Ebru“. Das kommt von Ebre und bedeutet Farbenvielfalt.

Hikmet Barutçugil ist Istanbuls Ebru-Meister. Der 59-Jährige lehrt die Kunst an den Istanbuler Universitäten Mimar Sinan und Marmara. In seinem Atelier veranstaltet er Workshops. Nach und nach überzog Hikmet Barutçugil auch sein Haus mit Ebru: erst die Stoffe, dann die Kacheln und auch die Fenster.

Die frühesten Marmorpapiere (Suminagashi) aus dem 9. Jahrhundert findet man in Japan. Bei uns erlebte das Marmorpapier seine Blüte im 19. Jahrhundert. Sonnen-, Ader-, Steinmarmor und Tigerauge, Kamm- und Schneckenmarmor hießen die Muster. Buchbinder hüllten Bände in Marmorpapier oder marmorierten deren Schnitt.

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Schlagworte:
Autor:
Inge Ahrens
Fotograf:
Jan Kopetzky