Luxuriös Hotels in Südtirol

Wer in Südtirol ein Quartier sucht, kann alles finden, oft alles auf einmal: jahrhundertealte Gebäude mit dem Charme bäuerlicher Kultur, bürgerliche Tradition und zeitgenössisches Design. Die Hotels sind behutsam und klimaschonend saniert und umgebaut. Und auf Luxus muss niemand verzichten.

Lagació Mountain Resort

Briol

Briol

Dreikirchen/Ritten

Fast scheint es so, als hätte sich Hubert Lanzinger beim Umbau der Pension Briol Ende der 1920er-Jahre vom gegenüberliegenden Schlern, dem Südtiroler Tafelberg, inspirieren lassen. Die gradlinige, weiße Fassade mit der Verkleidung aus wettergegerbtem grauen Lärchenholz und dem Flachdach verrät die Vorliebe des Bauherrn für den Stil des Bauhauses. Den hat Hubert Lanzinger bis ins kleinste Detail durchgezogen und damit ein Gesamtkunstwerk geschaffen, das bis heute erhalten geblieben und bei Künstlern und Intellektuellen ganz besonders beliebt ist. Johanna von Klebersberg, die Urenkelin der einstigen Besitzerin Johanna Settari, führt das Haus heute mit derselben Leidenschaft für Tradition und Nachhaltigkeit wie ihre Vorfahren.

Briol Zimmeransicht
Es sind gerade die Einfachheit und die stilistische Konsequenz der Zimmer, des Mobiliars und der Küche mit ihren immer frisch zubereiteten Südtiroler Spezialitäten, die diesen Ort so besonders machen. Und seine exponierte Lage natürlich: Auf 1310 Metern überm Meer liegt die Pension an einem Abhang eingebettet in duftende Bergwiesen. Zu erreichen ist sie auch nur zu Fuß über einen schmalen, knorrigen Fußweg durch ein lichtes Wäldchen oder mit einem zuvor gebuchten Geländetaxi. Geöffnet vom 1. Mai bis 31. Oktober.

Doppelzimmer ab 83 Euro pro Person; www.briol.it

Imperialart

Imperialart

Meran

Im Café des ehemaligen Hotels Imperial schräg gegenüber vom Meraner Kurhaus gaben sich Prominente einst die Klinke in die Hand; Franz Kafka, Hugo von Hofmannsthal, Ezra Pound und Peggy Guggenheim, um nur einige zu nennen. Heute erstrahlt hinter der frisch renovierten Fassade von 1899 nicht nur das Café neu, sondern auch die 12 Hotelzimmer. Sie wurden von den drei Süd tiroler Künstlern Elisabeth Hölzl, Marcello Jori und Ulrich Egger gestaltet. Hölzl hat etwa die Möbel aus dem ehemaligen Meraner Luxushotel „Bristol“ aufgearbeitet und damit hier das gleichnamige Zimmer ausgestattet. Starke Kontraste, kräftige Farben, wertvolle Materialien machen aus jedem der zwölf Zimmer ein kleines Schmuckstück. Auch im Café trifft Tradition auf Moderne. Die originalen 1950er-Jahre- „Tulip“-Stühle und Tische des Finnen Eero Saarinen sind hier mit den Sitzmöbeln „Supernatural“ von Ross Lovegrove von 2005 kombiniert.

Doppelzimmer ab 110 Euro pro Person; www.imperialart.it

Grottnerhof

Grottnerhof

Völs am Schlern

Seit dem 13. Jahrhundert trotzt der mittelalterliche Bauernhof strengen Wintern und heißen Sommern an seiner exponierten Lage hoch über dem Eisacktal. Die schlichte, weiß gekalkte Fassade mit traditionellem Schindeldach, die steingefasste schwere Holztür und der Herrgott darüber verraten nichts von der Welt, die sich dahinter verbirgt. Stefan Pramstrahler, der Besitzer des renommierten Hotels Turm in Völs am Schlern, hat hier eine Suite mit ganz besonderem Flair „ausgelagert“. Von dem Bett in sattem, schokobraunem Leder mit blütenweißer Bett - wäsche auf einem langflorigen weißen Teppich aus blickt man auf eine frei stehende Wanne, die wie eine Skulptur die Raummitte beherrscht.

Grottnerhof 2
In die antiken Steinplatten eingelassene Leuchten verstärken den Eindruck, sich an einem einzigartigen Ort zu befinden. Ausgehöhlte Baumstämme tragen glänzende Edelstahlbecken. Zu besonderen Gelegenheiten kocht Stefan Pramstrahler selbst, ansonsten wird der Gast vom Hotel Turm aus rundum versorgt, inklusive spezieller Wellness-Angebote wie Völser Heubäder.

Doppelzimmer ab 161 Euro pro Person; www.hotelturm.it

Oberglunigerhof

Oberglunigerhof

Tscherms/Meran

Der Kontrast zwischen den schroffen Berggipfeln in der Ferne und den Dattelpalmen im Garten könnte kaum größer sein. Und doch liegt darin auch der Reiz. Erst kürzlich wurde der 450 Jahre alte Bauernhof unterhalb des romantischen Schlosses Lebenberg energetisch saniert und in vier Ferienwohnungen umgewandelt. Ausschließlich naturbelassene Materialien wie Holz und Lehmputz wurden verwendet, bei der Einrichtung gab die Familie Platter neben heimischem Holz auch farblich auf den Raum abgestimmten Stoffen wie Baumwolle, Leinen und Loden den Vorzug.

Oberglunigerhof 2
Mit dem Gebäude ist es gelungen, moderne bäuerliche Kultur bei gleichzeitiger Bewahrung der Tradition umzusetzen. Die Gäste können hier außerdem den neu angelegten Kräuter- und Bauerngarten hautnah genießen.

Ferienwohnung ab 70 Euro/Tag; www.oberglunigerhof.it

Lagació

Lagació

St. Kassian/Gadertal

„Megalodonte“, „Bellerophon“, „Claraia“, „Daonella“ und „Ammonite“ – diese Namen von den Bewohnern des einstigen Urmeeres, die heute in der Um - gebung noch teilweise als Fossilien zu finden sind, tragen die fünf Residenz- Kategorien in der Lagació Mountain Residence. Mit den Fossilien haben Margareth und Pio Canins auch die Eingänge der jeweiligen Appartements geschmückt. Die Architektur ist einfach, funktional und orientiert sich an der über die Jahrhunderte gewachsenen Tradition. Durch die Panoramafenster ist die bizarre Bergwelt der Dolomiten zum Greifen nah. Holz ist das bevorzugte Material, hier sind die heimischen Hölzer Zirbel, Lärche und Fichte verarbeitet, daneben noch Naturschiefer, die Räume eingerichtet mit weichen Lodenund Leinenstoffen, Antiquitäten und Kunsthandwerk. Serviert wird hier Wasser aus der eigenen Quelle. Neben Abgeschiedenheit und Ruhe sorgt ein großer Wellnessbereich für Entspannung und Entschleunigung. Und nicht zuletzt verwöhnt die Familie Canins ihre Gäste mit Leidenschaft und typisch ladinischer Herzlichkeit.

Doppelzimmer ab 146 Euro/Wohnung, www.lagacio.com

San Lorenzo Mountain Lodge

San Lorenzo Mountain Lodge

Sankt Lorenzen/Pustertal

Während morgens noch der Nebel zwischen den Bergwänden wabert und sich wie ein riesiger weißer, weicher Fluss durchs Tal schiebt, scheint hoch oben die Sonne schon auf das mit alten Holzschindeln bedeckte Dach der San Lorenzo Mountain Lodge. Auf 1200 Höhenmetern in dem weit abseits großer Touristenströme gelegenen Pustertal haben die aus Rom stammenden einstigen Modemanager Giorgia und Stefano Barbini ein ehemaliges Jagdchalet aus dem 16. Jahrhundert in ein Kleinod für Gäste verwandelt und sich damit einen Traum erfüllt. Liebevoll restaurierte Räume, fast alle vollkommen vertäfelt oder mit einem majestätischen Gewölbe versehen, verströmen einen Hauch von intimem Luxus, dank ihrer Einrichtung mit Antiquitäten, hochwertigen Stoffen, kuscheligen Fellen und traditionellen Mustern.

San Lorenzo Mountain Lodge 2
Die Natur ist Taktgeber für den Tagesablauf und Lieferant für die kulinarischen Köstlichkeiten, mit denen die Barbinis ihre Gäste voller Freude verwöhnen. Der Hausherr kooperiert mit Bauern aus der Nachbarschaft, die ihn zum Beispiel mit für das Chalet zubereitetem Käse beliefern.

Gesamte Lodge ab 1100 Euro/Tag; www.sanlorenzomountainlodge.com

Autor:
Manuela van Rossem
Fotograf:
Bärbel Miebach, Marcel Hagen