Architekt und Designer Alvar Aalto

Alvar Aalto

Vollständiger Name: Hugo Alvar Henrik Aalto

geboren 1898 in Kuortane, Finnland
gestorben 1976 in Helsinki, Finnland

Tätigkeitsbereiche

Architektur, Möbeldesign, Interior Design, Stadtplanung

Kurzbiografie

Hugo Alvar Henrik Aalto ist in vielen nordischen Ländern als „Vater des Modernismus“ und als Pionier der finnischen Architektur bekannt.
Schon in jungen Jahren war Alvar Aalto ein begeisterter Zeichner. Nachdem er den Entschluss gefasst hatte, Architektur zu studieren, zog er nach Helsinki, der einzigen Stadt Finnlands, in der man dieses Studienfach belegen konnte. Zu Beginn seiner Laufbahn als Architekt ließ sich Alvar Aalto vom Klassizismus inspirieren, später interessierte er sich immer mehr für die historische Architektur mediterraner Gegenden wie z.B. Italien.

Von 1923-1927 betrieb Alvar Aalto zusammen mit seiner Frau Aino Aalto ein eigenes Architekturbüro in Jyväskylä, das er von 1927-1933 nach Turku und kurze Zeit später nach Helsinki verlegte. Bereits mit einem seiner ersten Werke, dem Paimio Sanatorium, setzte er einen Meilenstein der europäischen Architekturgeschichte. Alvar Aalto gewann unter anderem auch durch den Bau der Stadthalle von Säynätsalo (1949-1952) sehr schnell internationales Ansehen und er bekam immer mehr Aufträge aus ganz Europa und den USA.

Neben seiner Tätigkeit als Architekt und Stadtplaner entwarf er auch Möbel, Textilien und Glaswaren, denen er genauso viel Aufmerksamkeit schenkte wie seinen Entwürfen für Stadtzentren und Gebäude. Im Gegensatz zu anderen Designern seiner Zeit verweigerte Alvar Aalto die Nutzung von Metall für seine Möbelentwürfe und nutzte hauptsächlich Holz. Ein eigens entwickeltes Holzverformungsverfahren, das er 1935 nach der Gründung seiner Möbelfirma Artek erdacht hatte, war das Schlüsselelement für seine Holzmöbel.

Während seiner Schaffenszeit setzte Alvar Aalto immer wieder neue Maßstäbe für die finnische  Architektur, indem er stets bemüht war, Kunst und Technologie verschmelzen zu lassen. Er war Ehrenmitglied unzähliger internationaler Architekturverbände und hielt Ehrendoktortitel an 8 Universitäten, darunter die University of Princeton (1947) in den USA, die Norges Tekniske Hojskole Trondheim (1960) in Norwegen, die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (1963) in der Schweiz und die Columbia University New York (1964) in den USA.

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 1939 Chevalier de la Légion d'honneur, Frankreich
  • 1949 Suomen Kultuurirahaston suurpalkinto, Finnland
  • 1953 Akademisk Arkitektforenings Aeresmedaille, Dänemark
  • 1954 Prinz Eugens Medaille, Schweden
  • 1957 The Royal Gold Medal of Architecture, Großbritannien
  • 1958 SAFAn kultaplaketti, Finnland
  • 1962 Sonningpreis, Dänemark
  • 1963 The Gold Medal of the American Institute of Architects, USA
  • 1963 Svenska Arkitekters Riksförbund, 'Gold Cube', Schweden
  • 1963 Cordón del Calli de Oro, Sosiedad de Arquitectos Mexicanos, Mexiko
  • 1965 Bronzeplakette, Freie Akademie der Künste in Hamburg
  • 1965 Grande Ufficiale al Merito della Republica Italiana, Italien
  • 1966 Diplome des Palmes d'Or du Mérite de l'Europe, Luxemburg
  • 1967 Verleihung der Thomas Jefferson Medaille der Universität von Virginia, USA
  • 1969 Litteris et Artibusmedal, Schweden
  • 1972 Grande Medaille d'Or d l'Academie d'Architecture pour 1972, Paris, Frankreich
  • 1974 Das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst, Österreich
  • 1975 Verleihung des Titels „Outstanding Architect of Western Civilization” durch die National Arts Foundation in Liechtenstein

Bekannteste Werke / Bauten (Auswahl)

  • 1921-1923 Kirchturm der Kauhajärvi Kirche in Lapua, Finnland
  • 1924-1928 Städtisches Krankenhaus in  Alajärvi, Finnland
  • 1929-1933 Tuberkulose-Sanatorium, Paimio, Finnland 
  • 1931 Zentrales Universitätskrankenhaus, Zagreb, Kroatien
  • 1932 Stuhl Paimio
  • 1936 Alvar Aalto Vase
  • 1937 Finnischer Pavillion auf der Weltausstellung 
  • 1939 Finnischer Pavillion auf der Weltausstellung 
  • 1947-1948 Baker House, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, Massachusetts 
  • 1949-1966 Auditorium der Technischen Universität Helsinki, Espoo, Finnland 
  • 1952-1958 Haus der Kultur, Helsinki, Finnland 
  • 1958-1987 Stadtzentrum von Seinäjoki, Finnland 
  • 1958-1972 Nord Jutland Kunstmuseum, Aalborg, Dänemark 
  • 1962-1971 Finlandia Halle, Helsinki, Finnland 
  • 1970 Mount Angel Abbey Bibliothek, Mount Angel, Oregon, USA 
  • 1959-1988 Aalto-Theater, Essen

Ausbildung/Studium

  • 1916-1921 Architekturstudium an der Technischen Universität Helsinki, Abschluss mit Diplom
  • 1946-1948 Professor des Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, USA

Hersteller/Bezugsquellen

Artek, Connox, Iittala

Link

www.alvaraalto.fi

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