Armaturen, Badewannen & Co.
Bäder von A-Z
Wissenswertes aus der Welt des Bades – von A wie Armaturen bis Z, von E wie Energie sparen bis O wie Ordnung, von I wie Intelligenz im Bad bis Q wie Quietsche-Entchen. Und natürlich Neuheiten von den letzten Messen.
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A
Armaturen
Sie ist die Diva im Bad, denn die Armatur gibt seit Jahren den Ton an im Baddesign. Nachdem sie in der Postmoderne eher laute Farben und Formen zeigte, machte sie Anfang der 90er eine Diät und prägte mit ihrem neuen, schlichten Look die minimalistische Ära. Durch die Verschlankung der innen liegenden Keramikkartusche konnte ihre Form soweit reduziert werden, dass Entwürfe wie die von Philippe Starck für Axor/ Hansgrohe oder die „Mem“ von Sieger Design für Dornbracht möglich wurden und Ikonen wie Arne Jacobsens Armatur HV1 von Vola (1968, in 14 Farben) modernen Komfort bieten können. Das Innenleben mit Thermostat und Strahlreglern sieht man ihnen nicht an.
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B
Badewanne
„Der heutige Typ des Bades, das Wannenbad“, schrieb 1948 Siegfried Giedion, einer der wichtigsten Theoretiker der modernen Architektur, „ist eine Mechanisierung des primitivsten Typs. Es gehört in das Gebiet der äußeren Abwaschung.“ Giedion propagierte statt der „äußeren Abwaschung“ ein umfassendes Verständnis von Regeneration im Bad. Seither hat die Entwicklung der Badewanne eine geradezu revolutionäre Entwicklung genommen. Dazu gehört, dass die Wanne selbstverständlicher Bestandteil der Wohnung ist. Philippe Starcks frei stehende Wanne Edition 1 für Hoesch, 1994, erinnerte augenzwinkernd an jene Zeit, in der das warme Wasser noch nicht aus der Leitung kam.
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Die Badewanne ist heute kein standardisiertes Einheitsprodukt mehr. Sie lässt sich mit vielerlei Massage-, Seiten- und Bodendüsen ausstatten wie bei den Wannen von Kaldewei, die sich in jeglicher erdenklichen Form dem Raum anpassen. Sie wird zum Blickfang und kontemplativen Mittelpunkt, zum Ruhepol, der den Raum des Bades definiert wie aktuell die Badewanne Inout für Agape von Benedini Associati Design, die frei stehend positioniert oder im Boden eingelassen werden kann. Neuerdings können Wannen sogar im Freien stehen, u. a. „Blue Moon“ von Duravit.
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C
Corian
Das Oberflächenmaterial auf Basis eines acrylgebundenen Mineralstoffes wurde früher meist nur für öffentliche Sanitäranlagen verwendet. Heute lassen sich Designer von dem vielseitigen Material inspirieren, z. B. für die Badserie „Elemental Spa“ von Sieger Design für Dornbracht oder für die aktuellen Sanitärobjekte der japanischen Marke Toto. Die neuen Corian-Farben, darunter fünf transparente Pastelltöne.
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D
Dusche
Die Badewanne war seit jeher Inbegriff von Luxus und Entspannung. Die Dusche hingegen galt lange Zeit als Arme-Leute-Bad – sie wurde erstmals Ende des 19. Jahrhunderts in den sogenannten Volksbrausebädern deutscher Großstädte eingesetzt. Auch die Wassertemperatur von etwa 28 Grad Celsius ließ kaum Wohlgefühle aufkommen. Das sieht heute anders aus: Das Wasser tröpfelt als warmer Regen vom Duschhimmel, sprüht aus Seitenbrausen, massiert heiß und kalt, wallt als Nebel oder quillt üppig aus Schwallbrausen. Das lässt sich etwa bei dem Hydrotherapiesystem „DTV II“ von Kohler mit Dampf, Licht- und Farbeffekten sowie Musik kombinieren. Als wassersparende Alternative taugt die Dusche allerdings nicht mehr unbedingt, denn heute liegen XXL-Duschen mit großer Tellerkopfbrause und Regendach im Trend wie Supernova für Dornbracht von Sieger Design.
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Die stets zu enge alte Duschkabine hat sich zu einem Raum-im-Raum erweitert – offen und ebenerdig in den Boden eingelassen, gerne mit großformatigen Glaswänden vom Rest des Bades abgetrennt wie bei den Duschwänden der Collection 2 Life von Duscholux. Die neuen Modelle sind dabei, der Wanne die Schau zu stehlen.
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E
Energie sparen
Wir tanken auf, wenn wir uns im Bad entspannen. Aber dafür wird Energie verbraucht. Nach der Heizung ist Warmwasser der größte Energiefresser im Haushalt. Energie sparen im Bad bedeutet vor allem: mit dem Wasser haushalten. Clever geformte Badewannen, Perlatoren und Durchflussbegrenzer, Duschstopp – eine Art Pausetaste beim Einseifen – und moderne Brausetechnik helfen, den Wasserbedarf ohne Komfortverlust zu reduzieren. Sinnvoll sind auch Thermostatarmaturen, die schnell die eingestellte Wassertemperatur erreichen wie die „grüne“ Armatur Icon aus der Serie Rainshower von Grohe. Statt eines Durchlauferhitzers bietet sich die Warmwasserbereitung über den Heizkessel an – ideal in Kombination mit Solarkollektoren. Nachhaltig ist die energetisch aufwendig produzierte Stahlwanne: Sie hält länger – und auch länger warm.
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F
Fliesen
Keramik ist weder kalt noch tot. Im Gegenteil: Die neuen Fliesen erwecken Wände zum Leben und kitzeln nackte Füße mit aufregenden Oberflächenstrukturen. Ross Lovegrove wollte für seine Badkollektion „Istanbul“ den Fußmassage-Effekt der geriffelten Holzböden japanischer Ryokans imitieren und entwarf eine moderne Fliesenserie mit reliefartiger Struktur für die türkische Marke Vitra. Großflächige Muster – mal geometrisch, mal kristallin wie bei „Bianco Nero“ für Villeroy & Boch – und kleinteilige, mosaikartige Fliesenbilder wie „Natural Glamour“ für Jasba werden durch Glanzeffekte akzentuiert. Gerade die italienischen Marken verhelfen der Keramik zu einem neuen, eleganten Auftritt wie Genesis Loft von Cercom.
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Die Oberflächen erhalten Reliefs, erhabene Ornamente, Naturstein- und Holzoptik. Sie bilden schieferartige Muster, die das Fugenbild verschwimmen lassen und spielen raffiniert mit Spiegeleffekten und weicher, fast schon textiler Patina. So auch die Fliese Déchirer für Mutina von Patricia Urquiola, die verschiedene Musterebenen miteinander verwebt, wodurch die unifarbene Keramik Tiefe erhält. Die Designerin empfindet das unterschiedlich hoch gearbeitete Flachrelief „weniger als Dekoration, denn als Überbleibsel verloren gegangener Erinnerungen“.
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G
Glamour
Es funkelt und glitzert im Bad. Luxuriöse Kollektionen und Accessoires wie das Waschtischund Möbelprogramm „Momento New Glory“ von Villeroy & Boch sorgen für glamouröse Atmosphäre. Das Programm kombiniert puristische Formen mit neo-barockem Floral-Dekor, das in der Luxusversion Platinum aus dem gleichnamigen Edelmetall aufgetragen wird. Dazu empfiehlt die Traditionsmarke eine Sonderanfertigung der Armatur „Square“ mit Handknäufen aus Swarovski-Kristall. Das in Kooperation mit dem Kristallhersteller Swarovski entwickelte Bad Dazzling Daydream von Kludi verwandelt gleich den ganzen Raum in einen begehbaren Edelstein. Weniger opulent und exklusiv, dafür aber kompromisslos modern spielt die skulpturale Armatur „Supernova“ von Dornbracht mit spiegelnden Flächen in Chrom und goldähnlichen Tönen.
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Traditioneller wirken die mit üppigen Kristallen besetzten Armaturen der französischen Luxusmarke THG Paris oder die Möbel der Serie „Diva“ von Burgbad in schwarzem Hochglanzlack. Ein bühnenreifes Duscherlebnis verspricht die frei stehende, runde Dusche Piatto von Kaldewei, deren Sicht- und Spritzschutz an einen Theatervorhang erinnert. Eine Nummer kleiner, dafür aber mit viel Charme verschönert „Mimo“ von Laufen das Badezimmer.
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H
Holz
Holz wird im Bad immer beliebter. Aber: Wasser und Holz – verträgt sich das? Ja, wenn man das Richtige nimmt. Als Bodenbelag bieten sich speziell behandelte Massivholzdielen an, die mit Wachsen und Lacken versiegelt werden. Ideal sind Thermohölzer. Sie werden in Trockenkammern erhitzt. Dabei schließen sich die Poren, die Oberflächen werden resistent gegen Nässe. Dann kann’s wohnlich werden, z. B. mit Fogo von Duravit.
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I
Intelligenz
Bald sind die Toiletten schlauer als ihre Besitzer. Das Dusch-WC „Neorest“ von Toto merkt sich die Gewohnheiten seiner Benutzer und wärmt die Brille zu bestimmten Tageszeiten vor. Auch Armaturen lernen dazu: Die „Ondus Digitecture“ von Grohe kann Wassertemperaturen und -stärken speichern. Die elektronisch gesteuerte Badewannengarnitur Multiplex Trio von Viega misst den Wasserstand in der Wanne; sensorgesteuerte Armaturen reagieren auf Berührung und zeigen die Wassertemperatur durch farbiges Licht wie „Ono Lightpin“ von KWC; das elektronische Duschpaneel „Rainbrain“ von Hansgrohe steuert nicht nur die Brausefunktionen, es speichert auch per Bluetooth überspielte Musik.
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J
Jubiläum
2009 steht unter „90 Jahre Bauhaus“. In der Badbranche gilt eine andere Zeitrechnung: Vor 25 Jahren gründete Dieter Sieger Sieger Design, das heute seine Söhne Michael (rechts) und Christian (links) führen.
Herr Sieger, wie kam es eigentlich zu Ihrem Engagement im Baddesign? Ich habe damals Yachten ausgestattet. Die Firma Alape hat für mich die fürs jeweilige Boot entworfenen Waschbecken angefertigt. Eines Tages fragte der Inhaber, ob ich ihm auch einen Entwurf für eine Serienfertigung machen könnte. Der wurde gleich ein großer Erfolg.
Sie haben mit Mitte 40 ganz neu angefangen? Ja, ich habe alles verkauft, meine Wohnung, mein Ferienhaus, meine Yacht. Wir haben Schloss Harkotten bei Münster erworben und als Firmensitz ausgebaut. Das ist er noch heute.
Das Interview geht auf der nächsten Seite weiter.
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Interview Teil 2
Badklassiker wie die Domani, die Armatur mit dem Loch und die Tara für Dornbracht sind von Ihnen. Dafür habe ich auf der ISH jetzt sogar einen Preis erhalten, für meine Verdienste um die deutsche Sanitärbranche.
Sie haben sich von Sieger Design zurückgezogen – war’s leicht? Ach, das läuft prima! Ich habe die Firma mit 65 übergeben. Wir sind trotzdem in ständigem Kontakt; aber meine Söhne entscheiden. Ich konzentriere mich auf meine „Masterpieces“, hochwertige Möbel ohne Kompromisse.
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K
Klima
Wo man sich nackt bewegt, braucht man Wärme. Außerdem nimmt warme Luft die beim Duschen entstehende Luftfeuchtigkeit besser auf und hilft Schimmelbildung zu vermeiden. Zur Klimatisierung des Bades gibt es als Handtuchhalter nutzbare Heizsysteme. Zum Beispiel die an Donuts erinnernden runden Heizkörper „Zero- Otto“ von Antrax oder das individuell am Fliesenraster ausrichtbare architektonische System T39 von Vola. Das Besondere an diesem Modell: Die Technik ist unsichtbar hinter der Wand untergebracht.
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L
Licht
Für eine schmeichelnde Beleuchtung am Waschtisch sorgt ein diffuses Licht von den Seiten. Wer genau hinsehen will, greift zu einem beleuchteten Kosmetikspiegel, z. B. „Edition 300“ von Keuco. Spotlights setzt die Leuchte Sabó von Agape. Die Badlinie „e-mood“ von Duravit erhellt Schränke und Dusche.
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M
Mosaik
Schon im Altertum zierten Mosaike Badetempel und Hamams. Als Bordüre, Wandgemälde oder flächendeckend sind die Dekorationen heute wieder Trend. Mosaiksteine haben Seitenlängen unter zehn Zentimetern. Die Auswahl an Farbkombinationen und Motiven ist grenzenlos, egal, ob aus Glas, Keramik, Marmor, Stein oder Gold, ob in Knopfform oder mit Glimmereffekt. Wer es extravagant mag, kann sich seine Badewanne mit Mosaik überziehen lassen, z. B. mit „Denver“ von Sicis, oder Tord Boontjes Sideboard Digital Memories von Bisazza als Eye- Catcher ins Bad holen. Effektvoll ist „Moon Glass“ von Onix Mosaic aus Steinen mit Mikrorelief. Optimal für Räume mit erhöhter Rutschgefahr sind Bodenmosaike aus Glas und unglasierter Keramik (z. B. von Tres Estilos über Cersaie). Glasiertes Mosaik sollte nur auf Böden liegen, die man mit weichen Sohlen oder barfuß betritt, da es sonst zerkratzt.
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Mit der Serie Axor Urquiola für Hansgrohe entwarf die Designerin eine Kollektion von Becken, Wannen, Armaturen und Accessoires, die das Bad zu einem sehr privaten Ort der Kommunikation werden lassen. Die keramischen Waschtische und Wannen erinnern in ihrer Form an alte Waschschüsseln, die damals noch mit Wasserkrügen gefüllt wurden. Die Henkel am Fußende dienen heute als Handtuchhalter.
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O
Ordnung
Je hektischer und chaotischer unser Alltag ist, desto größer ist der Wunsch nach Entspannung und Ordnung in den eigenen vier Wänden. Ein aufgeräumtes Badezimmer trägt erheblich dazu bei, dass der Tag gut beginnt. Da Stauraum in Bädern meist knapp, aber gewünscht ist, bieten Ordnungssysteme clevere Lösungen: Kosmetika und Badutensilien verschwinden hinter Türen und in Schubladen und entsprechen mit grifflosen Hochglanz-Fronten und gradlinigem Design der Sehnsucht nach Klarheit – wie „2nd Floor“ von Duravit oder „Room” von Bette. Ein idealer Waschplatz für kleine Bäder ist der Waschtisch Inside.S von Alape aus glasiertem Stahl.
In dessen Hohlräumen befinden sich Auszüge, die sich statt nach vorn, nach rechts oder nach links herausziehen lassen, je nachdem wo Platz ist. Und in dem puristischen Hochschrank „HS“ von Alape bietet die grifflose Koffertür zusätzlichen Raum für kleine Badutensilien. Radikal modern und ein wahres Stauraumwunder ist die Waschtischkonsole „Metaphor“, ebenfalls von Alape, bei der das Wasser durch eine umlaufende Fuge abfließt. Beim Antippen der Front mit der Hand oder einfach mit dem Knie öffnen sich zwei Schubladen mit unterschiedlichen Fächern. Parfüm und Seife haben auf dem verschiebbaren Glastablett Platz. Ebenso raffiniert ist der Spiegelschrank „Royal Integral“ von Keuco, der, in die Wand eingelassen, viel Stauraum bietet und mit Steckdosen für Radio, Lautsprecher und I-pod-Station ausgestattet ist.
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P
Perlator
Der Perlator ist das „Tempo“ unter den Sanitärprodukten – ein Markenname, der synonym für eine Produktkategorie steht. Er war der erste Luftsprudler, der in den 50ern die privaten Haushalte mit weichem Wasserstrahl versorgte und Geld sparen half. Seither werden alle Strahlregler an Armaturen, die dem Wasser Luft beimischen und so für einen weichen, voluminösen Wasserstrahl sorgen, Perlator genannt. Diese Durchflussbegrenzer reduzieren den Wasserbedarf um bis zu 50 Prozent; das Wasser spritzt weniger und ist leiser. Das beweist Armatur Designo von Hansa. Dank eines belüfteten Strahlreglers können auch die extrem flachen, trendigen Becken wie „Crystalline“ von Alape, dessen Form von einem Kristall inspiriert ist, genutzt werden, ohne dass Wasser verspritzt.
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Q
Quietsche-Entchen
Kaum ein Wesen kann von sich behaupten, vorbehalt- und widerspruchsloser als Sympathieträger empfunden zu werden als das Quietsche-Entchen. Sein stets freundlicher Gesichtsausdruck trägt dazu bei und die kükentypische Färbung – gelber Körper, roter Schnabel – mit der es klassischerweise auftritt. Aber damit allein wird man nicht weltberühmt. In Deutschland verhalf ihm der Humorist Loriot zu Kultstatus, als er in seinem legendären Sketch die Herren Müller-Lüdenscheid und Doktor Klöbner sich eine Wanne teilen und im Verlauf dieses Gemeinschaftsbades um die Anwesenheit des niedlichen Badegastes streiten ließ. Den internationalen Durchbruch brachte dem Quietsche-Entchen seine tragende Rolle in einer Episode der Kinderserie Sesamstrasse der Ernie („chrrrrrrrr“) seinem Badefreund ein zum Klassiker avanciertes Liebeslied widmete. Sein Starpotenzial steht spätestens seitdem außer Frage – und machte das Quietsche- Entchen auch für die Kunst interessant. Überlebensgroß schwamm es zur „Biennale Estuaire“ 2008 auf der Loire .
Weniger bekannt ist vielleicht, dass sich das kleine Plastiktier auch mutig in den Dienst der Wissenschaft gestellt hat. Und das kam so: 1992 geriet ein Frachter auf der Überfahrt von Hongkong an die Westküste der USA in schwere See und verlor einige Container, deren Ladung sich im Ozean verteilte: 29 000 Plastiktiere. Ein Unglück für das Quietsche-Entchen, aber ein Glücksfall für die Meeresforscher: Die Tiere folgten über viele Jahre den Ringströmungen des Pazifiks. Bis 2007 wurden unter anderem an den Küsten Australiens, Indonesiens, Chiles, Alaskas, an der Ostküste der USA und auch in England Gruppen der sogenannten „Friendly Floatees“ angeschwemmt. So erlaubten sie den Forschern höchst wertvolle Rückschlüsse auf Strömungsrichtungen und -stärken der Ozeane.
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R
Raumkonzepte
Während das Badewasser einläuft, noch mal kurz zurück ins Bett? Kein Problem, wenn die Wanne nur drei Schritte entfernt steht. Der Trend geht zur Symbiose von Bad und Wohnoder Schlafraum. Möbel drängeln sich nicht an der Wand, sondern bündeln sich zu Relax-, Wellness-, und Fitnessinseln. Im Mittelpunkt steht das Bett, die Erholungszone, am besten mit Blick auf ein Fenster. Und eine frei stehende Wanne sorgt für Loungeatmosphäre: Bei der Linie „Uomo Crono“ von Burgbad kann man neben der Wanne auf einem mit Leder gepolsterten Sitzboard entspannen – oder man schaut beim Baden den Lieblingsfilm auf dem intergrierten LCDSchirm. Vielseitige Badkollektionen sind für die Fusion von Bad und Schlafbereich ideal, weil sie sich beliebig kombinieren lassen. Elegant und praktisch für Wand und Boden sind Fliesen mit Marmoroptik wie Royal von Edilgres. Und wer sich zu Hause fit hält: Der Hometrainer „Run Personal“ für Technogym von Antonio Citterio ist so schick, dass er sogar in Wohnräume passt.
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S
Sauna
Klassischerweise hinter dicken Holztüren im Keller gelegen, wird die Sauna (finnisch für „Schwitzstube“), die über Jahrhunderte zum liebsten Aufenthaltsort der Finnen avancierte, jetzt als Teil des Wohnraums begriffen. Neue Saunen können beliebig im Raum platziert werden wie das Modell Inipi von Duravit, das in Zusammenarbeit mit dem Wiener Designtrio Eoos entstanden ist. Der Name ist indianisch und heißt „Schwitzhütte“. Die Sauna bietet bei der Größe eines Kleiderschranks maximalen Komfort. Eine Fernbedienung in Steinform symbolisiert das alte Ritual, die Schwitzhütte mit glühenden Steinen zu bestücken und steuert Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lichtfarbe und Sound.
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Das Ansprechen der Sinne ist ein Trend, dem sich im Frankfurter Hotel Roomers Saunaspezialist Klafs angenommen hat. Das Architekturbüro 3deluxe hat in Kooperation mit Klafs eine Sauna kreiert, die dem Gast mit Licht und Musik ein ganzheitliches Wellnesserlebnis bietet. Optisches Highlight sind die geschwungenen Holzbänke.
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T
Trendfarbe
Ob glänzende Keramik für Kaldewei-Badewannen, seidenmattes Finish für Alessi- Waschtische oder eine coole Optik für Grohe-Armaturen: Schwarz gibt den Ton an. Auslöser für diesen Trend war die Einführung der Serie „Ondus“ von Grohe im Jahr 2007. Heute zählen schwarze Keramik und Armaturen zum Programm vieler namhafter Hersteller: Architekt Wiel Arets’ kubische Serie Dot für Il Bagno Alessi by Laufen ist jetzt in mattem Schwarz erhältlich, die Waschtische „Aqua“ für Bette von Designer Jochen Schmiddem kommen in lackschwarz auf den Markt.
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Mit den Black Series von Steinberg hat der Armaturenhersteller aus Düsseldorf eine ganze Produktlinie schwarzer Modelle im Angebot. Eine komplette Badausstattung mit dunklen Objekten bleibt sehr Mutigen vorbehalten. Der Trend geht eher zu einem kontraststarken Schwarz-Weiß-Mix. Die gute Nachricht für Meister Proper: Dank speziell behandelter Materialien („Lotuseffekt“) perlt das Wasser von den Oberflächen ab und vermeidet so Kalkflecken.
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U
Urinal
Das meist wandhängende Keramikbecken für Männer, die im Stehen pinkeln, ist aufgrund seines geringen Wasserverbrauchs ökologisch sinnvoll und daher im öffentlichen Bereich weit verbreitet. Das Urinal „Pro Detect“ von Villeroy & Boch etwa, das mit Radar prüft, ob ein Mensch vor ihm steht, kommt mit einem Spülvolumen von gerade mal 0,8 Litern aus. Platzsparende und formschöne Varianten sind die Urinale der Sigma-Designserie von Geberit. Privat wird das Urinal bisher kaum angenommen – obwohl es Stehpinklern häuslichen Ärger ersparen würde.
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V
Vorwandinstallation
Die geniale Erfindung verbannt lästige Rohre und Leitungen hinter eine vorgebaute Wand – daher der Name. Auch bei einer Renovierung bietet sich so eine System-Metallrahmenkonstruktion an. Sie kann als Halterung für hängende WCs und Waschtische dienen. Spülkästen und flache Betätigungsplatten finden hier genauso eine Heimat wie Stütz- und Haltegriffe. Man verliert beim Einbau etwas Platz, erspart sich aber das Aufreißen der Wände und erhält (bei halbhoher Vorwandinstallation) zusätzliche Ablageflächen, wie das System Rapid SL von Grohe am Beispiel einer Übereck-Raumgestaltung zeigt. Mit Vorwandinstallationen lassen sich auch im Raum frei stehende Installationen problemlos realisieren.
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W
WC
Die Abkürzung steht für „Water Closet“. Das mit Wasserspülung ausgestattete Standard-Klo wurde im 18. Jahrhundert in England patentiert. Schon im alten Rom machte man es sich für die Notdurft über einem wasserführenden Kanal bequem, der Kloake. Heute helfen ein reduzierter Spülwasserbedarf und Zwei-Mengen-Spülung, Wasser zu sparen. Im Kampf zwischen Flachspüler (mit vorn liegendem Siphon als Geruchsblockade) und Tiefspüler, bei dem die Notdurft direkt ins Wasser plumpst, scheint letzterer WC-Typ nun auch bei uns auf dem Vormarsch. Die eigentliche Revolution geht von den Dusch-WCs japanischen Stils aus, die in Sachen Hygiene und Komfort beispielhaft sind. Po und Intimbereich werden bei den nun auch in Europa eingeführten Washlets von Toto mit einem warmen Wasserstrahl gereinigt und trocken geföhnt...
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X
XXL
Das deutsche Bad ist durchschnittlich 7,8 qm groß. Das sind 2 qm mehr als vor einem Jahrzehnt, und es wächst weiter, erobert Schlaf- und Wohnraum. Dazu passen XXL-Duschen und Wannen, in denen man sich so richtig ausstrecken kann wie in Seaside Hydrospa von Teuco. Gerne auch zu zweit. Breite Wannen wie die „Paiova“ von Duravit lassen einen hemmungslos abtauchen. Damit das Wasser dabei nicht überschwappt, ist die Wanne „Free Caprivi“ von Duscholux mit integrierter Überlaufrinne ausgestattet.
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Yacht
Nirgendwo ist der Platz für Bäder so begrenzt wie auf einer Yacht. Dusche, Waschplatz, WC und Abwassersammelbehälter müssen auf wenig Raum untergebracht werden. Auf Minimal-Lösungen für Boote hat sich die Greifswalder Werft HanseYachts spezialisiert. Im Bad des Sportbootes Hanse 630 wurden weißes Corian und Mahagoniholz miteinander kombiniert.
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Platzsparende Sanitärobjekte bieten viele Hersteller an, und die sind auch in Wohnungen zu nutzen, wie das Waschbecken Bel von Burgbad mit Mini-Ablagefläche (51 x 57 x 27,5 cm), die Badewannen-Duschkombination „Cora“ von Bette oder der Badhocker „Vitelle“ von Keramag mit Sitzkissen und integrierter Wäschebox.












