Die neuen deutschen Gärtner: Jens Claußnitzer Der Gärtner Jens Claußnitzer

Jens Claußnitzer rechnet im brandenburgischen Rüdingsdorf mit heißen Zeiten. Seine Gärten sind auf Durchhalten geeicht. Schlappmachen gilt für seine Pflanzen nicht – trotz Sonne, Dürre, Sandboden und Dauerregen.

Helianthus

Schaugarten

Früher war es eine Gärtnerei, heute ist es ein Schaugarten, geöffnet einmal in der Woche und auf Verabredung.

Gibt es einen Rittersporn für meinen sandigen Boden?“, fragt die Besucherin. – „Nehmen Sie lieber die Sonnenblume Helianthus ‚Lemon Queen‘.“ – „Efeu für den Schatten ist mir zu langweilig.“ – „Pflanzen Sie Brunnera, das Kaukasus-Vergissmeinnicht.“ – „Es muss nicht immer die englische Border mit Prachtstauden sein“, sagt Jens Claußnitzer, „eine Woche Hitze und Rittersporn bekommt im Sandboden Mehltau.“ Auch bescheidenere Pflanzen liefern Sensationen. Gaura lindheimeri etwa. Ab Juni bildet sie täglich einen Schwarm ungezählter, weißer Schmetterlingsblüten.

Jens Claußnitzer

„Pflanzen, die am richtigen Platz wachsen, glänzen wie ein gesundes Haustier.“

Jens Claußnitzers Betrieb liegt in Rüdingsdorf bei Luckau. Fährt man mit dem Finger im Atlas die Bundesautobahn A13 hinunter, befindet sich der Ort ziemlich genau in der Mitte zwischen Berlin und Dresden. Platte Gegend, Sandboden, kein Schlaraffenland für Pflanzen. Und das Klima ändert sich. Brandenburg versteppt, sagen Drastiker. Realisten stellen fest, dass es in den vergangenen 50 Jahren um ein halbes Grad wärmer geworden ist. Das hört sich harmlos an. Doch mit angenommenen zwei weiteren Graden bis 2055 wird es hier so heiß sein wie in Bukarest.

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Autor:
Elke von Radziewsky
Fotograf:
Robert Fischer