Der Gartenkünstler und sein Nachlass Pietro Porcinai

PIETRO PORCINAI, 1910 in Settignano bei Florenz geboren, macht 1928 sein Gartenbau-Diplom am Istituto di Agraria.

Nach verschiedenen Praktika in Deutschland und Belgien arbeitet er am Istituto di Agraria di Firenze und eröffnet hier 1938 sein Büro. 1948 ist Pietro Porcinai Mitbegründer der IFLA, der bedeutenden International Federation of Landscape Architects. 1957 gehört er zu den Gestaltern des Hansa-Viertels, dem Ergebnis der Architektur- Weltausstellung in Berlin. In seinem Büro sind zeitweilig 40 Mitarbeiter beschäftigt; Porcinai gestaltet großartige Privatgärten und öffentliche Anlagen. Seine wichtigsten Werke sind: der Park des Pinocchio (1963–1976) in Collodi/Pistoia, die von Emenegildo Zegna initierte Oasis Zegna in Trivero (1962–1964) sowie der Autobahnabschnitt Verona–Brenner, eine der ersten Gebirgsautobahnen der Welt (1965–1973). Bei den Außenanlagen des Centre Pompidou (1973) und beim Unesco-Projekt zur Verlagerung der Tempel von Abu Simbel (1963–1971) war Porcinai Ratgeber.

DAS ARCHIV enthält neben Plänen, Pflanzlisten, Entwürfen für Pflanztöpfe und Modellen für Gartenmöbel die Korrespondenz Porcinais mit den wichtigsten deutschen Gartenarchitekten wie Heinrich Wiepking-Jürgensmann, Wilhelm Hübotter, Otto Valentien und Karl Foerster. Den intensivsten Austausch pflegte er mit dem Freund Alwin Seifert, „Reichslandschaftsanwalt“ während der NSZeit, und Christian Theodor Sørensen, dem bedeutendsten dänischen Gartengestalter des 20. Jahrhunderts, der wie Pietro Porcinai bekannt für kreisrunde Beetformen ist.

www.pietroporcinai.net