Gartenkunst von Pietro Porcinai Der Garten der Villa Ottolenghi

Im Piemont, auf einem Weinberg über dem Städtchen Acqui Terme, liegt die Villa Ottolenghi. Zwei Generationen der Familie arbeiteten dreißig Jahre daran, das Landgut in ein Reich der Kunst zu verwandeln. Sie riefen die jeweils Besten ihres Fachs. Einer nur kam für den Garten in Frage: Pietro Porcinai aus Florenz.

Treffpunkt, Florenz, Piazza Santa Croce, Freitag: Anna Porcinai steht auf den Stufen zur Kirche. Morgens um 8 Uhr ist der Platz fast leer. Das macht es Fremden leicht, sie zu finden. Für sie ist das ein Ritual. Jedes Jahr kommen etliche Besucher, die sie über ihren Vater, Pietro Porcinai, den großen italienischen Landschaftsarchitekten, ausfragen, und die sie in den einen oder anderen seiner Gärten in Florenz führt. Wichtigste Station für Besucher ist das Archiv, Anna Porcinais großer Schatz. Es befindet sich in einem lang gestreckten Gebäude, oben, in den Hügeln über Florenz. Innen sind weiße Gardinen vor die Riesenfenster gezogen. Auf einem Tisch stehen Modelle von steinernen Gartenmöbeln: amorphe Gebilde, die entfernt an Formen von Samenkörnern erinnern. Porcinai hat sie 1958 entworfen und in etlichen seiner Gärten aufstellen lassen. Einfache, aus Holzleisten gezimmerte Regale bedecken die Wände. Sie sind stramm gefüllt, hier Ordner, dort Rollen, da Mappen. Buchhalterfarben: ergrautes Weiß, beige und anthrazit die Aktendeckel.

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Autor:
Elke von Radziewsky
Fotograf:
Robert Fischer