Landstriche um Florenz Die Toskana und ihre alten Gärten

Das besondere Licht hat sie gelockt. Seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entdeckten Engländer und Amerikaner die Landstriche um Florenz. Sie kauften alte Villen, rekonstruierten, interpretierten und schufen Gärten neu. Wer sie besucht, lernt viel über Renaissance, Barock und andere Gartenstile.

Lehmrote Felder, weiß gepuderte Straßen, Hügel, die eine Ewigkeit zu sanften ammenhaften Formen abgeschliffen hat: Die Toskana ist eine gastfreundliche Landschaft, überschaubar wie eine Kinderzeichnung, in der ein Knirps Villen einzeln auf den Erhebungen verteilt hat. Die Villen aber haben keine Fassaden, sie halten sich Masken vor, schreibt Henry James in „Portrait of a Lady“: „Etwas Starkes ist in ihnen. Sie sehen aus, als ob man einmal in sie hineingeraten nur unter größter Anstrengung wieder hinauskommt.“ Henry James gehört zu jenen angloamerikanischen Weltenbummlern, die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts die Toskana entdecken. Sie kommen erst einzeln, dann in Scharen, bis schließlich in Florenz eine Gemeinschaft von 30 000 Engländern lebt. Sie haben ihren eigenen Friedhof und eigene Kirchen, sie erwerben Villen im Umland und vertiefen sich in die italienische Kunstgeschichte. Renaissance ist ein Zauberwort: die Wiedergeburt der Antike – und die Wiege der Gartenkunst.

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Schlagworte:
Autor:
Elke von Radziewsky
Fotograf:
Jonas Unger