Editorial

 

Wir dürfen auch mal deutsch sein,

Kreativität, Gestaltung, Qualität und Ideen in diesem Land feiern!

Jahre Bundesrepublik: Da wollen wir einmal patriotisch sein – und stellen das komplette Heft, von der ersten bis zur letzten Seite, unter das Motto „Das Beste aus Deutschland“. Falls Sie dennoch etwas in Kopenhagen, New York, Venedig und anderswo entdecken, dann stecken dahinter stets deutsche Köpfe. Aber wir berichten natürlich auch über aktuelle Werke, mit denen ausländische Kreative Deutschland bereichern – ob sie hier leben oder nicht. Reichlich schwergetan haben wir uns bei der Auswahl der 60 bekanntesten deutschen Marken mit internationalem Ruf. Welches Unternehmen muss dabei sein, welches kann, welches hat nichts mit A&W zu tun? Ich bitte vorab um Vergebung für eventuell vernachlässigte Brands und freue mich auf viele Briefe und Mails. Ab sofort verlosen wir dafür Designminiaturen von Vitra, siehe Seite 8.

Deutsches Wohnen ist langweilig, sagen viele Wohnjournalisten: zu weiße Wände, zu viel Schrankwand, zu viel Funktion, zu wenig Mut für Originelles. Zu viele Vorurteile! Wie diese Ausgabe beweist. Ob vom phantastischen Ambiente des legendären Unternehmers Philip Rosenthal auf Schloss Erkersreuth bei Selb oder von der Villa in Berlin, die Hans Scharoun, Architekt der Philharmonie, gebaut hat; ob vom mutigen Farbkonzept in Köln oder französisch eleganten Interieur in Hamburg – lassen Sie sich von viel Stil überraschen! Deutsche Gärten sind spießig: noch so ein Vorurteil – das leider hinter manchem Reihenhaus bestätigt wird. Aber die neue deutsche Gärtner-Generation hat es in sich, ist weltweit berühmt und gefragt. Deutsche Architektur war früher aufregender, meint unser alter Hase Heiner Scharfenorth, der das Kölner Gerling Quartier, einen Kultbau der 50er-Jahre, beschreibt. Futuristisch baut das junge Graft-Büro. Wir haben die Trendsetter in Berlin besucht. Deutsches Design – quadratisch, praktisch, gut? Von wegen: Die Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe lehrt mehr, und was ihre Studenten kreieren, muss sich hinter Mailand, London, Eindhoven nicht verstecken. Aber nun viel Vergnügen mit A&W!

 

Barbara Friedrich

 

P.S. Das Land 60, das Bauhaus 90, Audi und Bugatti 100. Doch getoppt werden die diesjährigen Jubiläen von „300 Jahre deutsches Porzellan“. Der japanische Star-Fotograf Kanjo

Take hat für uns das weiße Gold mit deutschen Baudenkmälern vom 18. bis 21. Jahrhundert originell in Szene gesetzt: ab S. 153.



 


 
 
 
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