Ratgeber Der Weg zum Traumbad

Funktionale Nasszellen sind passé: Das Bad kann heute ein Ort zum Wohnen und Entspannen sein – und auch auf kleiner Fläche Wellness bieten. Vorausgesetzt, Sie planen mit Bedacht. Die zehn wichtigsten Schritte erklärt Jens J. Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e. V.

Jens J. Wischmann

1. Schreiben Sie eine Wunschliste!

Funktionale Nasszellen sind passé. Bäder sollen Orte fürs Wohlbefinden sein – selbst wenn sie in Deutschland meist nicht größer als acht Quadratmeter sind. Doch egal, wie viel Platz Sie für den Neu- oder Umbau zur Verfügung haben, beginnen Sie das Projekt mit einer Wunschliste. Auf der einen Seite des Blattes notieren Sie, was Sie an Ihrem bisherigen Bad gestört hat. Auf der anderen schreiben Sie alles auf, wovon Sie schon immer geträumt haben, wirklich alles! Wollen Sie beim Duschen eine Wassermassage von allen Seiten oder die Kabine auch als Dampfbad nutzen? Träumen Sie von einem Whirlpool oder einer frei stehenden Badewanne? Brauchen Sie wechselndes Licht je nach Tageszeit und Stimmung? Möchten Sie das Gefühl haben, auf weiches Moos zu treten, wenn Sie aus der Dusche kommen, auf Holz oder flache Kiesel? Bringen Sie Phantasie ins Spiel. Wegstreichen können Sie später. Oft ist viel mehr realisierbar als gedacht.

2. Richten Sie Ihr Bad auf dem Papier ein!

Skizzieren Sie den Grundriss und denken Sie so frei wie möglich über die Ausstattung Ihres Traumbades nach. Lässt sich der Platz vielleicht besser nutzen als bisher? Variieren Sie die Anordnung der Sanitärelemente einmal ganz unkonventionell, weg von der Wand – so wie Sie es gern hätten, wenn es ginge. Vielleicht könnte man den Waschtisch in die ungenutzte Raummitte stellen? Die vorhandenen Anschlüsse lassen sich meist verlegen. Beziehen Sie angrenzende Räume in die Überlegungen ein, denken Sie etwa über ein offenes Konzept mit Übergang zum Schlafraum nach.

3. Lassen Sie sich inspirieren!

Wie soll Ihr Bad aussehen? Suchen Sie im Internet, in Prospekten oder Wohnzeitschriften nach Beispielen. Zunächst geht es gar nicht um konkrete Produkte, sondern um Räume, die Sie ansprechen. Darum, über die Atmosphäre den Stil zu finden, den Ihr Bad haben soll. Sammeln Sie Abbildungen, machen Sie Schnappschüsse und nehmen Sie diese Beispiele später zur Besprechung mit einem Badplaner mit.

4. Denken Sie in die Zukunft!

Ein neues Bad ist eine erhebliche Investition. Überlegen Sie, wie Sie in einigen Jahren leben wollen. Werden Kinder hinzukommen? Oder werden Sie vielleicht nicht mehr so beweglich sein? Wählen Sie zur Ausstattung eher hochwertige Materialien sowie Dekore und Produkte, die das Zeug zum Klassiker haben. Bedenken Sie auch Details und Kleinigkeiten, etwa, wo Sie was unterbringen wollen. Beziehen Sie am besten auch das Lichtkonzept mit ein. Das alles hilft Ihnen dabei, später kostspielige Umbauten zu vermeiden.

5. Nutzen Sie professionelle Planungshilfen!

Ihre Vorstellungen können Sie am Computer konkretisieren. Die „Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e. V.“ (VDS) und etliche Fachbetriebe bieten auf Ihren Internetseiten 3-D-Badplaner-Programme zum kostenlosen Download an (z. B. www.gutesbad.de). Nach Ihren Maßen können Sie damit eine dreidimensionale Ansicht Ihres Bades erstellen und per Mausklick Dusche, Wanne oder Waschbecken darin platzieren. Eine fachgerechte Planung durch Architekten oder Fachhandwerker ersetzt das allerdings nicht. Nur die sind über Bauvorschriften und Anschlussmöglichkeiten umfassend informiert und können die Kosten richtig einschätzen.

6. Verschaffen Sie sich einen Überblick!

In großen Badausstellungen bietet der Sanitär-Großhandel die Möglichkeit, sich umfassend und unabhängig zu informieren. Das ist gut für alle, die sich einen Überblick verschaffen wollen – immerhin gibt es im Sanitärbereich etwa drei Millionen Produkte. Der Großhandel vertreibt die Waren nur über das Fachhandwerk. Doch er bietet kompetente Beratung und vermittelt geeignete Handwerksbetriebe zum Einbau.

7. Finden Sie das Badstudio, das zu Ihnen passt!

Frei stehende Wanne oder Duschtempel, Glas, Holz, Stein oder Fliesen mit textiler Oberfläche, raffinierte Lichteffekte: Die technischen und gestalterischen Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Ein gutes Badstudio oder ein Meisterbetrieb können Ihren Vorstellungen Profil verleihen und sie realisieren. Dabei kommt es vor allem darauf an, dass sie komplex beraten und beurteilen können, was machbar ist. Die Internetseiten vermitteln einen ersten Eindruck. Schauen Sie sich die Referenzobjekte an. Wichtig ist, dass Sie ästhetisch auf einer Wellenlänge sind – und sich gut verstanden fühlen.

8. Spezialwünsche sind Fälle für Experten!

Vor allem, wenn es um extravagante Materialien geht, sollte man Spezialisten zu Rate ziehen. Manche Projekte erfordern auch einen Architekten oder Innenarchitekten. Keiner kann alles. Aber die Erfahrungen eines Fachbetriebes sind unbezahlbar, etwa im Umgang mit manchen Designobjekten und Werkstoffen, für die besondere Kenntnisse erforderlich sind. Das gilt vor allem bei großformatigen Natursteinmaterialien und Fliesen. Wer Probleme beim Zuschnitt, mit dem Untergrund oder Kleber vermeiden will, bezieht den Fliesenleger ein.

9. Geben Sie alles in eine Hand!

In der Bauphase sind nicht nur Installateure am Werk, sondern auch Maurer, Elektriker, Fliesenleger, Maler, Schreiner oder Fensterbauer. Je nach Art und Umfang des Projekts sind viele Gewerke ohne Leerlauf zu koordinieren und ihre Arbeiten zu überwachen. Badausbau aus einer Hand bietet Kostensicherheit und garantiert Qualität. Im besten Fall ist der Sanitärprofi eine Art Generalunternehmer und übernimmt die gesamte Betreuung von der ersten Beratung vor Ort bis zur Übergabe. Er sollte in der Lage sein, alles zu planen, vom Raumkonzept bis zu Details; und von der Demontage und Entsorgung der alten Ausstattung bis zur sauberen Bauausführung die Verantwortung übernehmen.

10. Suchen Sie in Ihrer Nähe!

Alle Bestellungen sollten Sie über die Firma abwickeln, die Sie mit Ihrem Badausbau beauftragen. Nur dann sind einwandfreie Lieferung und Nachkauf gewährleistet. Es kann von Vorteil sein, einen Betrieb in Ihrer Umgebung zu wählen. Der kann sich bei Problemen in der Bauphase nicht so einfach entziehen und ist später, bei Garantie- und Wartungsfragen, schneller zur Stelle.

Aufgezeichnet von: Dagmar Steffen