Badhersteller Kaldewei Pioniere im Bad

Mit der Volksbadewanne aus Stahl und Email wurde der Badhersteller Kaldewei groß. Jetzt lässt er phantastische Wasserwelten erfinden.

Badhersteller Kaldewei

Lichtlabor

Spazierstock und Melone Charlie Chaplins Welt regt zu surrealer Wasserkunst an (das Lichtlabor & Planungsbüro i21, Rüdesheim).

Wenn ein Unternehmen viel vorhat, dann darf es das zeigen. „Wir haben sehr, sehr ehrgeizige Ziele“, sagt selbstbewusst Nicole Roesler, die Marketingchefin des Badherstellers Kaldewei. Die Ziele des europäischen Marktführers für Duschen und Wannen, seit vier Generationen in Familienbesitz und in dem westfälischen Ahlen beheimatet, sind erstens die Internationalisierung unter besonderer Berücksichtigung des für alle so verlockenden asiatischen Marktes (seit 2003 gibt es dort Tochtergesellschaften, 150 neue Showrooms sollen dort neu aufgemacht werden), verbunden mit, zweitens, dem generellen „Upgrade“ der Marke. Kaldewei, gegründet 1918, Spezialist für die Verbindung von Stahl und Email, stand lange Zeit für die „Volksbadewanne“, ist aber längst in den Luxusbereich hineingewachsen.
Bad South Park

Peace, aber sauber Das Bad für John Lennon erinnert an die Serie „South Park“ (Ballweg & Hupe Partner, München).

Wer hier etwas sein will, macht sich grundsätzliche Gedanken, etwa zum Bad als Ort an sich. Dazu hat Kaldewei sich zum zweiten Mal mit dem Deutschen Designer Club (DDC) zusam - mengetan. Nachdem es im letzten Jahr darum ging, ideale Bäder für Stilikonen entwerfen zu lassen (das waren Marlene Dietrich, Andy Warhol, Winston Churchill, aber auch der Filmheld James Bond), bekamen diesmal sechs Büros, von DDC-Vorstand Wolf Udo Wagner ausgesucht, die Aufgabe, sich Bäder für sechs „Pioniere“ auszudenken.

Ippolito Bad

Ruhe unterm Thron Die Wanne als elegante Muschel ist Kleopatras Idealbad (Ippolito Fleitz Group, Stuttgart).

Dabei gehe es zwar um konkrete Ideen für bestimmte Figuren – Kleopatra, John Lennon, Charlie Chaplin, Evita Perón, aber auch Joanne K. Rowling –, aber nicht direkt um Umsetzbarkeit, so Nicole Roesler. Ziel sei ein spielerischer Umgang, der die Diskussion darüber anregt, was das Bad für ein Ort ist oder sein kann. Für die ägyptische Herrscherin, glaubt man dem klassisch-schönen Entwurf der Stuttgarter Ippolito Fleitz Group, ist es ein Ort der Intimität (Riesenmuschel), für Charlie Chaplin eine surreale, an Bilder von Magritte und Paul Delvaux erinnernde Traumwelt, in der Spazierstöcke zu Duschen und die Melone zur Kuppel werden (i21 & das Lichtlabor aus Rüdesheim). Und für Kaldewei selbst? Ist das Bad die neue Küche? Ein Ort, der nun „endlich“, so Nicole Roesler, eine ähnliche Aufwertung und Aufmerksamkeit erfährt wie diese zuvor. kaldewei.de

Autor:
Volker Corsten