Von Börge Morgensen bis Pierre Paulin Avantgardemöbel in Kleinstserie

Die Konstruktion war komplex, die Herstellung sehr teuer. Kein Wunder, dass manche Avantgardemöbel nur in Kleinstserie gefertigt wurden. Jetzt werden sie neu herausgebracht und bleiben dennoch meist streng limitiert.

Er war eine grazile Kreation. Ein Federgewicht mit Stelzenbeinen und rasant gebogener Lehne. George Nelsons sogenannter „Pretzel Chair“ wurde im Entwurfsjahr 1952 aus Schichtholz gefertigt, ein Experiment, teuer und aufwendig. Schon nach einigen Exemplaren wurde die Produktion eingestellt. 2008, zum 100. Geburtstag des Designers, legte Vitra 1000 Exemplare des Meisterwerks in Buche mit Palisanderfurnier wieder auf. Immer mehr Unternehmen erinnern sich an die Schätze in ihren Archiven. Auf den Frühjahrsmessen in Köln und Stockholm war die Zunahme lizenzierter Reeditionen unübersehbar. „Möbel, die man sich auch nach 50 Jahren noch gern anschaut, bleiben begehrenswert“, sagt Oliver Holy, Geschäftsführer von Classicon. Statt den x-ten neuen Stuhl vorzustellen, veredeln Hersteller frühere Erfolgsmodelle mit wertigen Materialien, so wie Fredericia Furniture den „Spanischen Stuhl“ von Børge Mogensen: Früher reichte Kernleder,  heute ist es Nubuk.

 

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Autor:
Camilla Péus
Fotograf:
George Nelson, ca.1965, Vitra Design Museum Archiv