Neue Glasobjekte zur Kunstbiennale

Internationale Künstler und Designer zeigen spektakuläre neue Glasobjekte zur Kunstbiennale ab Juni in Venedig.

Shitting Doves of Peace and Flying Rats

Fragile Factory

Joost van Bleiswijk: „Fragile Factory“, Fantasie einer verlassenen Fabrik.

Wer an Venedig denkt, assoziiert Kunst – und, vielleicht etwas später, Glas. Die begehrten Spiegel und Lüster von der Glasbläser-Insel Murano trugen jahrhundertelang zum Glanz und Reichtum der Lagunenstadt bei. Wie die Künstler und Designer von heute dem Traditionsmaterial neue Aspekte abgewinnen, können Besucher bei „Glasstress 2011“ erleben, einem Projekt im Rahmenprogramm der Kunstbiennale, die vom 4. Juni bis 27. November läuft. Dazu gehören zwei Ausstellungen in sehenswerten Locations: einmal die hehren Salons des imposanten Palazzo Cavalli Franchetti (Instituto Veneto di Scienze Lettere ed Arti) direkt am Canal Grande an der Accademia-Brücke, zum anderen die Werkshallen einer aufgegebenen Glasmanufaktur auf Murano, in denen das Berengo Center for Contemporary Art and Glass eine Heimat gefunden hat. Nach der Biennale soll das Zentrum als Museum für zeitgenössische Glaskunst bestehen bleiben.

 

Allotment

 Kiki van Eijk: Objekt aus der Serie „Allotment“ (Kleingarten).

Life-Reduction

Hitoshi Kuriyama: „Life-Reduction“, Objekt aus zahllosen Leuchtröhren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hauptinitiator der Show ist Adriano Berengo, der vor zwölf Jahren eine Glasbläserei auf Murano übernahm, und seine Galerie Venice Projects. Der Glas-Maniac will Künstlern neue Herausforderungen und der venezianischen Glaszunft neue Impulse geben – ähnlich wie Peggy Guggenheim es früher getan hatte. Zu sehen gibt es Glas-Arbeiten in unterschiedlichen Techniken – Fragiles , Transluzentes, Bizarres und Minimalistisches – u.a. von Tony Cragg, Jan Fabre, Thomas Schütte, Fred Wilson, Erwin Wurm, Patricia Urquiola und dem A&WDesigner des Jahres 2011, Tokujin Yoshioka.

glasstress.org; veniceprojects.com

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Autor:
Heiner Scharfenorth