Platzreserven nutzen Schranksysteme und Raumteiler

Eine Wohnung wird nicht größer – aber man kann sie besser organisieren. Mit Schranksystemen und Raumteilern lassen sich ungenutzte Platzreserven nutzen: Wir stellen vier typische Situationen vor. 

RAUMTEILER

Im Wohnraum entsteht noch ein Raum. Am einfachsten wäre es natürlich, eine Wand zu ziehen: Gipskarton, verputzt oder tapeziert, eine Tür einsetzen, fertig ist das Arbeitszimmer. Vorausgesetzt, Größe, Zuschnitt und Fensterzahl des Wohnraumes erlauben es – und Sie wohnen nicht zur Miete. Realistischer ist deshalb, dem einen Raum zweifachen Nutzwert abzugewinnen, indem man ihn nicht wirklich trennt, sondern bloß optisch – durch frei im Raum stehende Schränke und Regale; oder nur gelegentlich – durch raumhohe Schiebe- und Schwenkelemente. In beiden Fällen gilt: Das Zimmer sollte wenigstens 20 Quadratmeter groß und lieber lang und rechteckig als quadratisch geschnitten sein, weil es dann leichter zu teilen ist. Entscheiden Sie sich für ein Möbel als Raumteiler, so kann dies nahezu jedes frei stehende Regalsystem und jeder Schrank sein, der auf der Rückseite verkleidet ist. Wichtig ist, dass diese nicht bis zur Decke reichen, sondern einen Abstand von etwa 50 Zentimetern haben: Die durchlaufende Decke bewahrt den Eindruck der ursprünglichen Größe des Raumes.

Er wirkt großzügig, trotz der optischen Trennung. Diese kann am Boden dafür umso eindeutiger ausfallen, indem Sie etwa unterschiedliche Beläge für Büro- und Wohnbereich wählen. Ein Effekt, der sich durch verschiedene Wandfarben verstärken lässt. Sie signalisieren: Hier geschieht etwas anderes. Raumhohe Schiebe-, Dreh- oder Falttüren organisieren den Raum nach einem ganz anderen Prinzip, aber im Grunde sind sie auch große Möbel. Sie laufen in Boden- und Deckenschienen, die – wie die Türen selbst – passgenau zugeschnitten und vor Ort schnell, sauber und ohne die Grenzerfahrung einer Wohnzimmer- Kleinbaustelle ein- und wieder abgebaut werden können. Sie geben dem Zimmer durch Flexibilität Struktur, lassen es entweder großzügig oder intim erscheinen – und das chaotische Büro einfach verschwinden. Optisch ein Zwitter aus Schranktür und Wand, ist ihre Gestaltung für die Raumwirkung entscheidend: Helle Farben, großflächige Muster und Einfarbigkeit erweitern den Raum – mitunter sogar mehr als Glas. Das schafft zwar Durchblick, zwingt aber leider auch, den Schreibtisch aufzuräumen. 

1 2 3
Schlagworte:
Autor:
Bettina Schmiegelt
Fotograf:
Johannes Kottjé