Raumkonzepte Cleverer wohnen

Viel Stauraum, Großzügigkeit und ein Interieur aus einem Guss – das wünschten sich Theaterregisseur Jan Bosse und seine Familie für ihr Reihenhaus in Berlin. Sie bekamen ein komplexes System aus Einbauten, das alles auf einmal bietet.

Die Lage

Stadtnah im Grünen

Jan Bosse, 42, ist ein bekannter Theatermacher. Nach Stationen an den Münchner Kammerspielen, dem Schauspielhaus Zürich und dem Hamburger Schauspielhaus arbeitet er seit 2006 als Hausregisseur am Maxim Gorki-Theater in Berlin. Und auch wenn er nebenbei am Burgtheater Wien oder am Thalia Theater in Hamburg inszeniert, ist die Hauptstadt der Lebensmittelpunkt für ihn und seine Familie. Er lebt mit der Kostümbildnerin Kathrin Plath zusammen, sie haben zwei Töchter, Mathilda, 7, und Emilia, 4. Also suchten sie nach einem Domizil nahe dem Zentrum, bezahlbar und möglichst mit Garten. Freunde machten sie auf eine sogenannte Baugruppe in Berlin-Weißensee aufmerksam: Eine Gemeinschaft von privaten Bauherren hatte sich mit einem Berliner Architekturbüro zusammengetan, um ein Grundstück mit altem Baumbestand, das an den parkähnlichen jüdischen Friedhof angrenzt, zu kaufen und darauf sechs Einfamilienhäuser zu bauen. „Diese Zweckbündnisse haben finanzielle und pragmatische Vorteile und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit“, sagt Jan Bosse. „Der gemeinsame Kauf und die Durchführung des Projekts ohne Bauträger sparen Aufwand und Kosten.“ Die Architekten hatten einen zurückhaltend gestalteten dreigeschossigen Reihenhaustypus mit flexiblen Grundrissen entworfen, der sich den Bedürfnissen jeder einzelnen Partei anpassen ließ.

Der Wunsch

Stauraum mit Stil

Nur 15 Minuten von Berlin-Mitte und ihrem gemeinsamen Arbeitsplatz am Maxim Gorki-Theater entfernt wohnen nun Kathrin Plath und Jan Bosse mit den Mädchen und zwei Hunden auf rund 165 Quadratmetern mit Terrasse und Gartenzugang. Die Häuser sind in L-Form um den „glücklicherweise nicht durch Zäune abgetrennten“ Garten angeordnet, den sich die sechs Parteien mit insgesamt zwölf Kindern teilen. „Mathilda und Emilia sind ständig bei den Nachbarskindern und die bei uns“, freut sich Kathrin Plath. Auch die Erwachsenen verstehen sich gut untereinander. Die sechs Häuser gleichen sich äußerlich bis ins Detail, doch innen sind sie ganz individuell gestaltet. Kathrin Plath und Jan Bosse zogen für ihren Innenausbau bereits in der Planungsphase den Berliner Architekten Thomas Bendel hinzu. Typisch für dessen Interieur-Projekte ist eine geradlinige, klare Ästhetik, die der Regisseur und die Kostümbildnerin aus Veröffent - lichungen kannten. Außerdem hatte Bendel einem ihrer Freunde eine Remise am Prenzlauer Berg ausgebaut. „Wir brauchten jemanden, der dem Interieur eine durchgehende gestalterische Idee zugrunde legt“, sagt Jan Bosse. Weil das Haus nicht unterkellert ist, wünschten sie sich zudem ein Maximum an Stauraum – und die Großzügigkeit eines offenen Koch- und Essbereichs, der sich scheinbar nahtlos auf die Terrasse fortsetzt.

Autor:
Kristina Raderschad
Fotograf:
Christian Schaulin