Das Glück der späten Jahre Ein Haus mit Komfort

Ein Münchner Ehepaar wünschte sich ein Haus mit viel Komfort, auch für den Lebensabend. Der Architekt Stephan Maria Lang baute ihnen eine komplex strukturierte Villa – zeitlos im Entwurf und flexibel in der Nutzung.

DIE UMGEBUNG Eine Parklandschaft am See. Die Sonne spiegelt sich im Wasser, das Alpenpanorama wirkt wie weich gezeichnet. Die Gründerzeitvillen am Ufer sind mondän, die Gärten Parks, die Bäume groß und alt. Hier, an einer besonders malerischen Stelle der oberbayerischen Fünf-Seen-Landschaft, steht auf einem 5700 Quadratmeter großen Grundstück am Wasser ein großzügiger Neubau mit auskragenden Flachdächern, Putz- und Travertinfassaden, der sich diskret in den Bestand fügt.

DER ANSPRUCH Ein Haus, um darin alt zu werden. In und mit der Landschaft zu wohnen war einer der Wünsche, die der Bauherr und seine Ehefrau an ihr neues Zuhause hatten. Außerdem sollte es genügend flexible Rückzugsbereiche geben, damit man sich ungestört fühlt, egal wer sonst noch im Haus ist –Helfer im Haushalt etwa oder später auch einmal Pflegekräfte. Denn: „Wir wollen in diesem Haus alt werden“, sagt der Bauherr. In Stephan Maria Lang und dessen Büro Design Associates in München fand er einen Architekten, der diese Wünsche in einem Gefüge aus mehreren Baukörpern, Ebenen, Höfen und Terrassen umsetzte. Im Untergeschoss eingebettet in den steilen Hang, mit zahlreichen Durchblicken und zum See ganz offen, gibt die Anlage peu à peu ihre enorme Größe von fast 900 Quadratmetern Wohnfläche preis und ermöglicht ein Leben in der Natur mit allem Komfort – und für die Zukunft auch altersgerecht.

DIE IDEE Eine Brücke zwischen zwei Baukörpern. Die Anlage besteht aus zwei Gebäuden, die durch eine Brücke miteinander verbunden sind. Dem dreigeschossigen Haupthaus nebst Keller, das sich auf ganzer Länge nach Osten zur Seeseite ausrichtet, ist ein kleineres, zweige - schossiges Gebäude vorgelagert. In diesem befindet sich im Erdgeschoss eine Garage, im ersten Stock eine Einliegerwohnung. Ein Gang, der Vorder- und Hauptgebäude verbindet, bietet von hier direkten Zugang zu den Wohnräumen der Bauherren. Der Verbindungsgang markiert zugleich auch die Durchfahrt vom vorderen, zur Straße hin gelegenen Hof zum rückwärtigen Küchentrakt und dem Duftgarten. Sie ist durch ein breites Rolltor verschlossen. Wird es zur Seite geschoben, kann man mit dem Wagen direkt vor die Außentür der Speisekammer fahren und dort bequem Einkäufe abladen. Zugleich überdacht die Brücke den Weg zwischen Garage und Eingang, sodass man stets trockenen Fußes vom Auto ins Haus gelangt. „Ein Haus muss so stark sein, dass man je nach Lebenslage leger darin leben kann“, sagt der Architekt über den Entwurf und die Bequemlichkeiten, die er bietet.

Autor:
Sandra Hofmeister
Fotograf:
Christopher Thomas