Raumkonzepte Modernes Landhaus in Italien

Perfekte Reduktion: Ein altes Bauernhaus in den italienischen Marken machte Architektin Anna Partenheimer durch wenige Eingriffe und mithilfe regionaler Handwerkstraditionen zum puristischen Ferien- und Atelierhaus für ihre Eltern.

Die Lage

Eingebettet in die Landschaft

Schwer behangene Rosenhecken, wie sie sonst eigentlich für Märchen reserviert sind, rahmen die Einfahrt zur Casale Partenheimer. Das Landhaus mit dem biscottifarbenen Mauerwerk duckt sich in die Hügel, die sich hier in den Marken wie eine Patchworkdecke in Grünschattierungen bis zum Apennin erstrecken. Bei klarem Wetter erscheint der Gebirgskamm blassblau am Horizont. Zum Beispiel an einem milden Herbsttag, an dem die Glastüren zu beiden Seiten der großen Wohnküche offen stehen, und ein Bewohner nach dem anderen mit Gnocchi, Fenchelsalat und Weißweinschorle zum Tisch unter den tief hängenden Armen des alten Maulbeerbaums läuft. „Unser Essplatz wandert mit der Sonne“, sagt die Architektin Anna Partenheimer.

Gefrühstückt wird meistens an der Ostseite, auf dem „marciapiede“, dem Weg, der rings ums Haus herumführt. „Zur Dämmerstunde rücken wir auf die Westseite mit Blick auf die Sonnenblumenfelder.“ Zum Anwesen gehört ein 4620 Quadratmeter großes Areal, nur ein paar Feldwege verbinden es mit den umliegenden 100-Seelen-Dörfern. Es ist Ferienhaus, Refugium, Atelier, Treffpunkt – und eine Familienangelegenheit. Der Münchner Künstler Jürgen Partenheimer, international bekannt für seine abstrakten Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen, und seine Frau Annette erwarben das Gebäude vom Anfang des 20. Jahrhunderts, ihre Tochter Anna restaurierte es und baute es behutsam um.

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Autor:
Camilla Péus
Fotograf:
Benedikt Partenheimer