Manhattan-Style Wohnen in Schwarz-Weiß

Ihr Stil ist so weltläufig wie sie selbst: Die Interiordesignerin Barbara Falanga aus Mailand hat in vielen Ländern Europas und in den USA gelebt. Jetzt wohnt sie in ihrer Heimatstadt - in einem Appartement-Haus von Designlegende Gio Ponti, das sie im Manhattan-Style gestaltete.

Dies ist Mailand, nicht Manhattan. Das muss betont werden, denn auf den ersten Blick würde man ein solches Appartement wohl eher an der Upper East Side erwarten: zehn Zimmer auf 330 Quadratmetern, gruppiert um einen 36 Meter langen Flur; das Interieur konsequent in Schwarz-Weiß gehalten. Die Wohnung nimmt die gesamte fünfte Etage eines schmalen, zehnstöckigen Backsteingebäudes aus den 30er-Jahren ein, dessen markanter halbrunder Erker sich über alle Etagen erstreckt und den Bau viel höher erscheinen lässt. Der Ausblick: ein Park – mitten in der Stadt.

„Meine letzte Bleibe in New York war im Museum Tower, dem Wohnturm über dem MoMA. Der Central Park liegt da nur ein paar Straßen entfernt“, sagt Barbara Falanga wie zur Erklärung. Nun lebt die Interiordesignerin wieder in ihrer Heimatstadt und hat sich eine Bleibe zum Wohnen und Arbeiten geschaffen, die dem New Yorker Wohngefühl nahekommt und doch ganz und gar italienisch ist. Das Haus steht in den Stadtgärten der Porta Venezia, einem der wenigen großen Parks in Mailand, und es wurde 1932 von keinem Geringerem entworfen als Gio Ponti. Auch die Einrichtung stammt zum größten Teil von den Klassikern des italienischen Designs – von Franco Albini oder den Gebrüdern Castiglioni, von Piero Fornasetti, Alessandro Mendini oder Gio Ponti selbst. Und sogar die Fotokunst an den Wänden ist mehrheitlich von Italienern. Dazwischen: ein wenig Skandinavisches, ein paar Stücke aus Frankreich, Spanien, den USA oder der Schweiz. „Eklektisch“ nennt Barbara Falanga ihren Stil. Man könnte auch sagen: Er ist international und bleibt doch seinen Wurzeln treu – so wie sie selbst.

Barbara Falanga verließ schon mit 20 Jahren Italien, um in der Schweiz, in England und in den USA Innenarchitektur und Bühnenbild zu studieren. „Mein Lebenslauf ist etwas ungewöhnlich, weil ich nie in einem Interiorbüro angestellt war, sondern mich noch sehr jung Mitte der 1970er-Jahre in New York gleich selbstständig gemacht habe“, erklärt sie. Ihr Leben hat sie zwischen den Staaten, Mailand und Paris verbracht, Häuser, Läden und Hotels in Frankreich, Italien, in den USA und der Karibik gestaltet. Dreimal hat sie geheiratet, dreimal wurde sie geschieden, heute wohnt sie allein, von ihren beiden Katzen einmal abgesehen – ein sehr weltläufiges, selbstständiges und selbstbewusstes Leben.

 

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Autor:
Cecilia Fabiani
Fotograf:
Filippo Bamberghi/Photofoyer